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Verzögerungen und Streit bestimmen die APEC-Baustelle in Wladiwostok. (Foto: newsru.com)
Verzögerungen und Streit bestimmen die APEC-Baustelle in Wladiwostok. (Foto: newsru.com)
Montag, 12.09.2011

Aufstand und Terror auf APEC-Baustelle in Wladiwostok?

Wladiwostok. Wegen ungezahlter Löhne wollen Arbeiter in Wladiwostok einen Aufstand anzetteln und die Brücke zur Insel Russki sprengen, wo 2012 ein APEC-Gipfel stattfindet. Die Polizei im russischen Fernen Osten dementiert.

In der russischen Presse ist das Gerücht aufgetaucht, dass „muslimische Gastarbeiter“, die auf der Großbaustelle in Wladiwostok im Einsatz sind, wegen Lohnrückständen die Brücke vom Festland auf die Insel Russki in die Luft jagen wollen.

Die Brücke ist Teil der großangelegten Bauvorhaben im Vorfeld des Gipfels der Asia Pacific Economic Cooperation (APEC), der ziemlich genau in einem Jahr in Wladiwostok stattfinden soll.

Vor den angeblichen Aufstands- und Terrorplänen habe ein „wachsamer Bürger aus Usbekistan“ gewarnt, schreiben mehrere Zeitungen im russischen Fernen Osten. Er habe zufällig entsprechende Gespräche auf Farsi mitgehört.

“Psychisch labil“


Laut Angaben der Polizei sind die Warnungen nicht mehr als Hirngespinste. Die Innenbehörde im Primorje-Gebiet teilt mit, sie sei nach eingehenden Befragungen der Beteiligten zum Schluss gekommen, dass der Mann, „der Nationalität nach ein Tatar“, gar kein Farsi spreche:

„Er befindet sich in einem inadäquaten psychisch-emotionalen Zustand, nach Angaben seiner Frau ist er ein Mensch, der zur Lüge neigt“, heißt es in der Pressestelle der Polizei.

Bei Russland-Aktuell
• Wladiwostok: Hoffen auf APEC-Gipfel und den Hafen (07.08.2011)
• APEC-Gipfel-Baustelle: 250 türkische Arbeiter streiken (03.05.2011)
• Pazifikhafen Wladiwostok wird heute 150 Jahre alt (02.07.2010)
• Flughafen/Bahnhof: Sicherheit und Potjomkinsche Dörfer (11.02.2011)
• Vor Putin-Besuch: Krasnojarsk rottet alle Mücken aus (18.08.2009)

Die Insel Russki – Konfliktherd und Potjomkinsches Dorf


Auf der Großbaustelle in Wladiwostok sind mehr als 10.000 Arbeiter engagiert. Unter den verschiedenen Nationalitäten kommt es immer wieder zu Konflikten.

Erst Ende August hatte die Presse berichtet, dass 500 aufgebrachte muslimische Gastarbeiter in einem Streit eine 100 Mann starke Baustellen-Wachmannschaft mit Steinen beworfen habe.

Die Polizei spielte den Zwischenfall herunter und erklärte, es wären „weit weniger als 500“ Männer gewesen und es hätte „ungefähr zehn Verletzte auf beiden Seiten“ gegeben.

Die Bauvorhaben auf der Wladiwostok vorgelagerten Insel sind ein absolutes Prestige-Objekt für Russland. Dabei kommt es immer wieder zu Verzögerungen. Erst Ende letzter Woche war Premierminister Wladimir Putin dort zu Besuch und gab den Startschuss für die Gasleitung Sachalin-Chabarowsk.

Nach Meldungen der Presse wurde dem Regierungschef etwas vorgegaukelt, denn die Pipeline sei noch gar nicht funktionsfähig. Außerdem behaupten lokale Beobachter, es seien im Eiltempo Straßen asphaltiert und Rasen gelegt worden, um Putins Auge zu erfreuen.

Ein typischer Fall von Potjomkinschen Dörfern – dieses Vortäuschen falscher Tatsachen hat in Russland Tradition, seit Graf Potjomkin Kaiserin Katharina II. in den 1780er Jahren bei ihrer Krimreise blühende Dörfer entlang des Weges zeigte. Leider waren es nur Attrappen.



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