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In Myschkin an der Wolga dreht sich alles um die Maus. Sie besitzt sogar einen eigenen Palast. (Foto: Ballin/.rufo)
In Myschkin an der Wolga dreht sich alles um die Maus. Sie besitzt sogar einen eigenen Palast. (Foto: Ballin/.rufo)

Myschkin an der Wolga – im Zarenreich der Mäuse

Myschkin. Reisende kommen über das Wasser nach Myschkin. Das Städtchen ist Anlaufpunkt vieler Kreuzfahrttouren entlang der Wolga. Der Landgang lohnt sich, denn in Myschkin herrscht ein besonderes Flair – und ein Mäuse-Zar.

Steil erhebt sich das Wolga-Ufer bei Myschkin. Die kleinste Stadt (5.800 Einwohner) des Gebiets Jaroslawl – etwas über 80 Kilometer von der Gebietshauptstadt entfernt – liegt strategisch günstig. Weit öffnet sich der Blick über den Fluss.

Wolga als wichtigste Quelle des Lebensunterhalts


Der Fluss ist die Lebensader des Städtchens, schon seit Jahrhunderten. Er brachte den Kaufleuten aus der Gegend Reichtum und den Lotsen, die die Schiffe durch die Stromschnellen führten, zumindest Ansehen und Lebensunterhalt.

Heute kommen die meisten Touristen über die Wolga-Kreuzfahrtschiffe in die Stadt. Daneben wagen nur wenige Reisebus-Unternehmen den Weg über die holprige Asphaltstraße, die Myschkin mit Uglitsch verbindet.

Die Maus als Stadtbegründer und meist verkauftes Souvenir


Im 18. Jahrhundert erhielt der Ort von Katharina der Großen Stadtstatus. Im Wappen trägt Myschkin den Jaroslawler Bären im oberen und eine Maus im unteren Teil. Der Sage nach verdankt Myschkin (zu dt. etwa Maus-Stadt) seine Gründung einem Fürsten, der auf einer Jagd eingeschlafen war und den eine Maus gerade noch rechtzeitig weckte, um einem Schlangenbiss zu entgehen.

Heute dreht sich in der Stadt alles um Mäuse. In den Souvenirläden gibt es gläserne, hölzerne und tönerne Mäuse in allen Farben, Posen und Größen. Die ganz kleinen Mäuse kann man sich sogar in die Brieftasche stecken. Angeblich bringen sie „Mäuse“.

Der Mäusezar und seine Gattin empfangen alle Gäste - nur keine Katzen... (Foto: Ballin/.rufo)
Der Mäusezar und seine Gattin empfangen alle Gäste - nur keine Katzen... (Foto: Ballin/.rufo)

Russlands Sendung mit der Maus


Es gibt sogar einen eigenen Palast, in dem der „Zar der Mäuse“ und seine Gattin huldvoll die Zugereisten empfangen und ihre Untertanen – die großen und vor allem kleinen Gäste – auf humorvolle Weise in alles Wissenswerte über Mäuse einweihen. Lediglich Katzen haben keinen Zutritt und werden von der Wache vor den Throngemächern aus dem Palast gewiesen.

Vor dem Palast ist der Umgang mit dem samtpfotigen Vierbeiner liberaler. Auch in Myschkin werden Katzen gehalten, wie der Blick in die Fenster einiger der hübschen Holzhäuschen verrät.

Tourismus als Wirtschaftskonzept


Viele der Häuser sind inzwischen saniert. Die Gelder dafür kommen aus dem florierenden Tourismus. Das Konzept, die Stadt als klassische russische Provinz zu vermarkten und ihr mit Hilfe der Geschichte von der Maus noch ein eigenes Flair zu verleihen, ist voll aufgegangen.

Übrigens, auch wer sich gar nicht für Mäuse interessiert, kann hier auf Interessantes stoßen. Unweit von Myschkin wurde Pjotr Smirnow geboren, der Erfinder des berühmten Smirnoff-Wodkas.

Ein Museum in der Stadt erinnert an Smirnow und seinen Wodka. Wobei davor gewarnt werden soll: Wer zu tief ins Wodka-Glas schaut, sieht auch weiße Mäuse…



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