Englische Fußballfans reisen ohne Visum nach Moskau
Moskau. Im Vorfeld des Finals der Champions League in Moskau entschließt sich Russland zu einem mutigen Schritt: Für 40.000 Fans von Chelsea und Manchester United reicht allein die Eintrittskarte zur Einreise.
Diese Sonderregelung kommt am 8. Mai in der Staatsduma auf den Tisch, aber niemand zweifelt daran, dass die Frage positiv beschieden wird. Sollte das der Fall sein, lockert Russland zum ersten Mal überhaupt den Visazwang. Unterschreiben wird das neue (wenn auch temporäre) Gesetz bereits Dmitri Medwedew, der am 7. Mai die Amtsgeschäfte von Wladimir Putin übernimmt.
Ganz „ohne“ ist die Entscheidung auf freie Einreise nicht, gelten englische Fußballanhänger doch als äußerst unbequem bis gewaltbereit. Die Milizpräsenz in der russischen Hauptstadt wird dementsprechend sein. Etwa 700 Busse sollen die Fans von den drei Flughäfen zum Luschniki-Stadion bringen, wo das Spiel am 21. Mai angepfiffen wird.
Dieses beispiellose Entgegenkommen dürfte wesentlich zur Entspannung der Beziehungen zwischen Russland und Großbritannien beitragen. Nach der Ermordung von Kremlkritiker Alexander Liwinenko waren sie stark abgekühlt; die Verbalattacken hatten zum Teil fast schon an die Zeiten des Kalten Krieges erinnert.
England reagiert derweil nicht in ähnlicher Richtung: Die Fans des FC Zenit müssen vor ihrer Fahrt zum UEFA-Pokal-Finale in Manchester die übliche Prozedur zum Erhalt eines Visums durchlaufen. Einziges Zugeständnis: Das britische Konsulat in St. Petersburg arbeitet bis dahin rund um die Uhr; auch in Moskau konzentriert man sich ausschließlich auf die Visa-Erteilung für die Besucher des Finals am 14. Mai.
Mach mal Pause, erst recht in dieser Hitze. Das dachte sich auch dieser Kranführer im Petersburger Hafen, dem dafür wenigstens ein luftiges Plätzchen zur Verfügung steht.( Topfoto: Deeg/.rufo)