Petersburg: Erster Bürgermeister posthum Ehrenbürger
St. Petersburg. Jedes Jahr kurz vor dem Stadtgeburtstag werden in St. Petersburg zwei neue Ehrenbürger ernannt. Für den vor 10 Jahren verstorbenen Anatoli Sobtschak wird jetzt sogar das entsprechende Gesetz geändert.
Bisher wurden nur lebende Petersburger mit dem Ehrentitel ausgezeichnet, aber in diesem Jahr ist ein bereits Verstorbener nominiert: Anatoli Sobtschak, der erste frei gewählte Bürgermeister von damals noch Leningrad. Ihm verdankt Petersburg u. a. die Rückkehr seines historischen Namens.
Bis zum 1. März konnten die Vorschläge für die diesjährige Ernennung eingereicht werden. Auf der Liste stehen sieben Namen, wobei schon jetzt klar ist, dass die gesetzgebende Versammlung im Mai Anatoli Sobtschak zum Ehrenbürger ausrufen wird.
Die Ernennung soll seine Verdienste um die Stadt an der Newa honorieren; Anlass ist der unlängst begangene zehnte Jahrestag seines Todes. Neben der Rückbenennung von Leningrad in St. Petersburg wird Sobtschak von vielen als „Retter der Demokratie“ beim Augustputsch von 1991 und für sein allgemeines demokratisches Engagement verehrt.
Wer ist der zweite?
Anders als in den vergangenen Jahren ist dieses Mal offen, wer neben Sobtschak zum neuen Petersburger Ehrenbürger ernannt wird. Auf der Liste stehen u. a. der bekannte Schauspieler Oleg Bassilaschwili, die Sängerin Edita Piecha und Eremitage-Direktor Michail Piotrowski. Sie alle gehen zum wiederholten Male ins Rennen.
Laut „Kommersant“ gibt es in diesem Jahr keine Vorgabe aus dem Smolny, wie es sonst gängige Praxis war. Im Grunde war die Ernennung der Ehrenbürger immer schon vor der Entscheidung durch das Petersburger Parlament eine abgemachte Sache gewesen. Also dürfte es erstmals spannend werden.
Mach mal Pause, erst recht in dieser Hitze. Das dachte sich auch dieser Kranführer im Petersburger Hafen, dem dafür wenigstens ein luftiges Plätzchen zur Verfügung steht.( Topfoto: Deeg/.rufo)