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Bilder des Schreckens. Am 3. September 2004 wurde das Geiseldrama von Beslan blutig beendet (Foto: newsru)
Bilder des Schreckens. Am 3. September 2004 wurde das Geiseldrama von Beslan blutig beendet (Foto: newsru)
Montag, 03.09.2007

Geiseldrama von Beslan: Trauer und Wut allgegenwärtig

Beslan. Auch drei Jahre nach dem blutigen Ende des Geiseldramas von Beslan ist die Trauer immer noch allgegenwärtig. Das Aktionskomitee der Beslan-Mütter will einen Film veröffentlichen und beschuldigt Putin der Lüge.

Am 1. Schultag vor drei Jahren hatten etwa 30 Terroristen eine Schule in der nordossetischen Stadt Beslan in ihre Gewalt gebracht. Drei Tage lang hielten sie die über 1.200 Geiseln – der Großteil davon Kinder – in ihrer Gewalt. Dann erfolgte die blutige Auflösung des Dramas.

Blutiger Höhepunkt des Geiseldramas vor drei Jahren


Am 3. September 2004 um 13:05 ertönte die erste Detonation. Unmittelbar darauf folgte die zweite. Die Geiseln begannen zu fliehen. Die Kidnapper schossen den Kindern in den Rücken. Sicherheitskräfte begannen mit dem unkoordinierten Sturm. Am Ende waren selbst offiziellen Angaben zufolge über 330 Personen ums Leben gekommen.

Bis heute ist umstritten, wer die Explosionen ausgelöst hat. Der offizielle Untersuchungsbericht kommt zu dem Schluss, dass die Terroristen eine Bombe gezündet haben. Doch viele Augenzeugen und Angehörige der Opfer sind anderer Meinung. Sie glauben, dass die Sicherheitskräfte die Schule mit Granatwerfern beschossen haben, um den Sturm einzuleiten.

Angehörige werfen Sicherheitskräften überstürztes Handeln vor


„Meine Tochter war am Leben bis zur ersten Explosionswelle, bis zum ersten Feuerball, der aus einem Granatwerfer abgefeuert wurde. Ihr, Uniformierte, habt auf unsere Kinder geschossen. Generäle haben Euch den Befehl gegeben und ihnen hat der Mann befohlen, dem sich Generäle unterordnen. Russlands Präsident. Wenn in der Schule der Hund Connie (Putins Hund – d.R.) gewesen wäre, hätte niemand den Befehl zur Vernichtung gegeben“, erklärte Swetlana Margijewa vom Aktionskomitee „Stimme Beslans“.

Bei Russland-Aktuell
• Gericht setzt Führung bei russischer Opfer-NGO ab (28.08.2007)
• Beslan-Mütter: Blutbad von Sicherheitskräften provoziert (27.07.2007)
• Katastrophen als Zeichen der Normalisierung in Russland (25.03.2007)
• Falscher Terroralarm in Moskau?! (18.01.2007)
Die bisherige Sprecherin des Bündnisses, Ella Kessajewa, kritisierte zudem den zunehmenden Druck der Behörden. Die Organisation habe faktisch aufgehört zu existieren, erklärte sie. Am vergangenen Wochenende hatte ein Gericht in Wladikawkas die bisherige Führung des Komitees abgesetzt und mit Marina Melikowa eine neue Vorsitzende eingesetzt. Nach Angaben Kessajewas sind „ergebene Leute“ an der Spitze installiert worden, um die „Stimme von Beslan“ zum Schweigen zu bringen.

Beslan-Mütter: „Patruschew und Ruschailo Verbrecher, Putin ein Lügner“


Auch das zweite Aktionskomitee der Opferangehörigen, die „Mütter von Beslan“, kritisieren die Behörden für ihr Vorgehen während des Geiseldramas und die anschließende Untersuchung scharf. Susanna Dudijewa, die Vorsitzende der Opfer-NGO, kündigte an, einen Film über die Tragödie zu zeigen.

In dem Film seien alle Klagen der Angehörigen gegen die Staatsanwaltschaft aufgenommen worden, erklärte sie. Schon gestern hatten mehrere Mitglieder der Beslan-Mütter in Moskau demonstriert. Sie forderten Strafverfahren gegen den FSB-Chef Nikolai Patruschew und den ehemaligen Chef des Sicherheitsrates Wladimir Ruschailo. Zudem beschuldigten sie Präsident Putin der Lüge, um die Schuldigen an der Beslan-Tragödie zu schützen.

Trauer in Nordossetien



In der gesamten Republik Nordossetien wird heute um 13:05 Uhr eine Schweigeminute verhängt. In allen öffentlichen Einrichtungen und Schulen wird der Opfer gedacht. Der öffentliche Personenverkehr kommt für eine Minute zum Erliegen.

In der zerstörten Turnhalle der 1. Schule von Beslan soll um 13:05 Uhr eine Glocke schlagen. Auf dem Gedenkfriedhof der Stadt lassen die Überlebenden des Blutbads Luftballons gen Himmel steigen, um an die Opfer zu erinnern. Sowohl in der Schule, als auch auf dem Friedhof ertönt bis tief in die Nacht Trauermusik. Morgen ist zudem die Aufführung eines Requiems geplant. Daran soll auch der berühmte britische Klarinette-Spieler Michael Collins teilnehmen.

(ab/.rufo/Moskau)


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