Luschkow: Moskau wird weiterhin Stalin-Bilder zeigen
Moskau. Im Vorfeld des 65. Jahrestages des Sieges im Zweiten Weltkrieg wird in Moskau diskutiert, ob Stalin-Porträts in der Öffentlichkeit angebracht sind. Bürgerrechtler sind dagegen, der Bürgermeister dafür.
Zu den Feiern in der russischen Hauptstadt am 9. Mail sollen an verschiedenen Plätzen Informationstafeln aufgestellt werden, auf denen Stalins Rolle als Oberkommandierender der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg hinterfragt wird.
Bürgermeister Luschkow und seine Regierungsmannschaft sehen dies als Aufklärungsarbeit an, um den Umgang mit Stalin auf eine objektivere Ebene zu heben. Moskaus Menschenrechtler sehen dies jedoch ganz anders.
Stalin sei ein Verbrecher und es sei „eine Schande, ihn und sein Regime zur Schau zu stellen“, sagte zum Beispiel Lew Ponomarjow von der Gruppe „Für die Menschenrechte“ bereits Mitte Februar gegenüber RIA Novosti.
Nun hat sich in dem Streit der Moskauer Bürgermeister zu Wort gemeldet. Juri Luschkow sagte am Dienstag auf einer Sitzung der Stadtregierung, Stalin würde nicht nur zum 65. Jahrestag, sondern auch „bei entsprechenden Veranstaltungen danach“ in der Öffentlichkeit dargestellt werden.
„Die Presse hat das Thema künstlich aufgebauscht“, meint er. „Das hört sich jetzt so an, als wollten wir die ganze Stadt mit Stalin-Bildern vollhängen.“ Dabei ginge es um Informationstafeln an zehn Stellen in der Stadt.
„Ich bin kein Anhänger von Stalin“, so Luschkow, „ich bin Anhänger einer objektiven Geschichts- betrachtung.“
Mach mal Pause, erst recht in dieser Hitze. Das dachte sich auch dieser Kranführer im Petersburger Hafen, dem dafür wenigstens ein luftiges Plätzchen zur Verfügung steht.( Topfoto: Deeg/.rufo)