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Freitag, 09.07.2010
Memorial vor Schließung der Filiale in Tschetschenien?
Grosny. Die Filiale der Menschenrechtsorganisation Memorial in Tschetschenien könnte geschlossen werden, kündigt ihr Vorsitzender Oleg Orlow an. Der Grund sind offene Drohungen des tschetschenischen Präsidenten Kadyrow.
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In einem Interview des Radiosenders „Echo Moskwy“ sagte Orlow am Donnerstag, seine Organisation sei beunruhigt über kürzliche Äußerungen von Ramsan Kadyrow, die für ihn wie eine offene Drohung klingen.
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Am 3. Juli hatte er im tschetschenischen Fernsehen unter anderem gesagt: Ist Orlow etwa ein größerer Patriot in meiner Republik als ich? (…) Die bekommen viel Geld aus dem Westen und als Rechenschaft über ihre Tätigkeit schreiben sie im Internet irgendwelchen Mist und Unsinn.
Deshalb sind sie meine Opponenten. Sie sind Feinde des Volkes, Feinde des Gesetzes, Feinde des Staates.“ Für Memorial sind diese Worte eine direkte und deutliche Drohung, heißt es in einer Erklärung der Menschenrechtler. Kadyrows Beamte und Miliz könnten sie als Anweisung zum Handeln verstehen.
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Memorial weist darauf hin, dass im letzten Jahr in Tschetschenien starker Druck auf Bürgerrechtler ausgeübt wurde. Dies gipfelte am 15. Juli in dem Mord von Natalja Estemirowa. „Die öffentliche Erklärung zu Volks-, Gesetzes- und Staatsfeinden könnte neue tragische Ereignisse nach sich ziehen“, so Memorial.
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