Mord an Antifaschisten führt ins rechtsradikale Lager
Moskau. Der bekannte Moskauer Antifaschist Iwan Chutorskoi ist Montagabend im Eingang seines Hauses tot aufgefunden worden. Er wurde mit zwei Schüssen in den Nacken ermordet. Spuren führen in die Neonazi-Szene.
Neben der Leiche wurden ein Federmesser und ein Schlagring gefunden. Chutorskoi, der den schaurigen Spizunamen Wanja Kostolom (Wnja Knochenbrecher) trug, war in der Antifa-Bewegung aktiv und hatte u. a. bei deren Sport- und Musikveranstaltungen als Wachmann gearbeitet.
Es hatte bereits mehrere Überfälle auf den 26-Jährigen gegeben. Nach Meinung seiner Mitstreiter hatten Rechtsradikale jetzt auf ihren Webseiten zur „Liquidation“ des Antifaschisten aufgerufen.
Neonazis sollen bereits sechs Moskauer Antifa-Mitglieder ermordet, teilt die Seite lkd.ru mit. Auch die Aufsehen erregenden Morde an dem Rechts- anwalt und Menschenrechtler Stanislaw Markelow und der Journalistin Anastasia Baburowa im Januar dieses Jahres sollen auf das Konto einer rechtsradikalen Gruppe gehen.
Über die Perspektiven deutsch-russischer Zusammenarbeit diskutierten am 11.3. in Moskau Ex-Kanzler Gerhard Schröder und der Vizevorsitzende der Deutsch-Russischen Aussenhandelskammer, Alexej Mordaschow und einige hundert Unternehmer, moderiert vom Vorsitzenden des deutsch-russischen Forums, Ernst-Jörg von Studnitz. (Topfoto: Mrozek/.rufo)