Raketenschirm Rumänien: Lawrow will Erklärung der USA
Moskau. Außenminister Sergej Lawrow will von den USA eine Erklärung, warum in Rumänien Abwehrraketen stationiert werden. Russland fühlt sich bedroht, bezeugen die meisten Kommentare zu der amerikanischen Entscheidung.
Lawrow bezog nach seinem Treffen mit dem deutschen Außenminister Guido Westerwelle Stellung zu den amerikanischen Plänen, bis 2015 Elemente des Raketenschirms in Rumänien aufzustellen. Er erwarte eine „erschöpfende Erklärung der Idee einer Stationierung von US-Abwehrraketen in Rumänien“, so Lawrow in Berlin.
Eine „reale Gefährdung für die Sicherheit Russlands“ sieht Igor Korotschenko, Mitglied des Beirats im Verteidigungsministerium und Chefredakteur der Zeitschrift „Nationale Verteidigung“.
In ihrer modernisierten Variante wären die zur Stationierung in Rumänien vorgesehenen SM-3-Abwehrraketen in der Lage, russische ballistische Interkontinentalraketen abzufangen und zu vernichten. Russland müsste darauf mit eigener Aufrüstung antworten.
Viktor Krawtschenko, Admiral im Ruhestand, meint, Russlands Führung müsse jetzt „die Aufgaben der Schwarzmeerflotte neu bestimmen und deren Kampfpotential stärken“. Er sieht „eine Verschiebung der Kräftebalance zuungunsten Russlands“.
Dagegen ist der Präsident des Instituts für strategische Bewertungen Alexander Konowalow der Überzeugung, die technischen Parameter der amerikanischen Raketen könnten Russlands Sicherheit nichts anhaben. Bliebe der geplante Radius von 500 Kilometern unverändert, würden die Raketen „nicht bis Russland fliegen“.
Hauptsache, man lässt sich die Laune nicht verderben.Dann lässt es sich auch im hintersten russischen Dorf noch recht gut leben.( Topfoto: Mrozek/.rufo)