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Freitag, 09.07.2010
Skandalöser Vorwurf aus Polen: War Kaczynski betrunken?
Warschau. Der polnische Parlamentarier Janusz Palikot hat die Vermutung ausgesprochen, der polnische Präsident Lech Kaczynski sei bei dem Todesflug nach Smolensk betrunken gewesen. In Polen ist die Empörung groß.
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„Jetzt müssen wir herausfinden, ob Kaczynski tatsächlich betrunken war, als er das Flugzeug betrat, und warum er 25 Minuten zu spät zum Abflug erschien“, hatte der für seine skandalösen Äußerungen bekannte Palikot laut „The Wall Street Journal“ am Donnerstag gesagt.
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Er halte diese Version für die Ursache des Absturzes der polnischen Präsidentenmaschine am 10. April bei Smolensk, bei dem alle Insassen ums Leben kamen, für die „wahrscheinlichste“. „An Kaczynskis Händen klebt Blut der Menschen, die mit ihm starben, seine Familie muss sich bei seinen Opfern entschuldigen“, fügte er hinzu.
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In Polen haben diese Äußerungen Empörung ausgelöst. In Palikots eigener Partei, der „Bürgerplattform“, werden Stimmen laut, die seinen Ausschluss fordern. Die Kaczynski-Partei „Recht und Gerechtigkeit“ will dagegen keinen Kommentar abgeben.
Palikot ist Multimillonär; er hat sein Vermögen in der Alkoholbranche verdient. In den letzten Jahren hatte er Lech Kaczynski mehrmals als Alkoholiker bezeichnet, so dass der jetzige Vorwurf so etwas wie die Fortsetzung dieses Themas ist.
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Inzwischen gibt es eine neue (Verschwörungs-) Theorie über den Grund für das Unglück vom 10. April. Die polnische Staatsanwaltschaft will überprüfen, ob der Nebel, der die Sicht um den Flughafen stark behinderte, nicht künstlich erzeugt worden ist. Darüber berichtet „The Daily Telegraph“ am Freitag.
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Polen soll eine Anfrage an die USA geschickt haben, ob dies „technisch überhaupt möglich ist“. Außerdem möchte Warschau von Amerika Satellitenfotos, um zu verstehen, wie die Wetterbedingungen an der Absturzstelle waren.
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Weiter soll herausgefunden werden, ob die Bordcomputer nicht von außen manipuliert wurden, um die Maschine zum Absturz zu bringen. In Polen laufen Gerüchte um, Russland hätte die Teilnahme Kaczynskis an den Feiern in Katyn verhindern wollen.
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Der gesunde Menschenverstand kommt hier allerdings sofort auf die Frage: Hätte es dafür nicht humanere Mittel gegeben? Und: Welches Interesse hätte Russland an solch einer ungeheuerlichen Aktion? Anschuldigungen dieser Art stammen aus dem Arsenal der finstersten Zeiten des Kalten Krieges.
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