Kiew. Das ukrainische Parlament hat die Absetzung von Innenminister Juri Luzenko beschlossen. Der Minister, der Regierungschefin Julia Timoschenko nahe steht, war zuletzt in mehrere Skandale verwickelt.
Die Partei der Regionen von Präsidentschaftskandidat Viktor Janukowitsch hat die Ablösung von Luzenko forciert. Doch neben der größten Parlamentsfraktion stimmten auch die Kommunisten, Abgeordnete der Präsidentenpartei Unsere Ukraine und des Litwin-Blocks und sogar ein Fraktionsmitglied des Timoschenko-Blocks gegen Luzenko.
Auslöser der Abwahl dürfte ein Polizeieinsatz in einer Stimmzettel-Druckerei gewesen sein. Die Polizei hatte die Druckerei am Montag gestürmt.
Nach Angaben Luzenkos hatten Anhänger Janukowitschs zuvor das Gebäude besetzt und den neuen Betriebsdirektor daran gehindert, an seinen Arbeitsplatz zu gelangen. Wegen Verdachts auf versuchte Wahlfälschung habe die Polizei eingreifen müssen, erklärte Luzenko.
Nach Angaben der Opposition lief es andersherum ab. Politiker der Partei der Regionen seien in dem Gebäude gewesen, um Wahlfälschung von seiten Timoschenkos zu verhindern, sagen sie.
Bei den Auseinandersetzungen zwischen Opposition und Sicherheitskräften kam es zu Schlägereien und mehreren Verhaftungen.
Luzenko ist bereits zuvor durch Skandale aufgefallen. Im Flughafen Frankfurt/Main soll der Minister von der Polizei aus dem Flieger gesetzt worden sein, weil er in betrunkenem Zustand randaliert habe, berichteten deutsche Medien. Luzenko hat die Vorwürfe dementiert.
Hauptsache, man lässt sich die Laune nicht verderben.Dann lässt es sich auch im hintersten russischen Dorf noch recht gut leben.( Topfoto: Mrozek/.rufo)