Moskau. Wer sich vor dem Armeedienst drückt, soll in Zukunft härter bestraft werden. In Russland treten zurzeit etwa 100.000 junge Männer den Wehrdienst nicht rechtzeitig oder gar nicht an.
Dieser Vergehen kann unterschiedlich geahndet werden – entweder als Ordnungswidrigkeit oder als Strafvergehen. Dementsprechend können „böswillige Verweigerer“ zu bis zu 200.000 Rubeln (knapp 4.700 Euro) Strafgeld oder auch zu bis zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt werden.
Theoretisch, denn in den meisten Fällen fällt die Strafe glimpflicher aus. So wurden 2008 nur 91 Männer zu Haftstrafen verurteilt, weitere 15.000 mussten ein Bußgeld zahlen.
Da die Zahl der Verweigerer immer weiter steigt, will das Verteidigungsministerium zusammen mit der Staatsanwaltschaft mehrere Gesetzentwürfe auf den Weg bringen, um die Strafen härter zu machen. Es geht dabei besonders um junge Männer, die total verweigern.
Interfax zitiert dazu einen Mitarbeiter des Verteidigungs- ministeriums: „Es ist eine Sache, wenn jemand sich einmal vor dem Wehrdienst drückt, weil er z. B. ein Studium anfangen will, aber es ist eine ganz andere Sache, wenn er sich Jahr für Jahr vor der Einberufung drückt.“
Hauptsache, man lässt sich die Laune nicht verderben.Dann lässt es sich auch im hintersten russischen Dorf noch recht gut leben.(Topfoto: Mrozek/.rufo)