Ulan-Ude. In der sibirischen Föderationsrepublik Burjatien sind drei junge Leute festgenommen worden. Sie werden verdächtigt, vor einigen Tagen einen Kleinbus mit Markthändlern überfallen und die sieben Insassen grausam ermordet zu haben.
Alle drei Verdächtigen stammen - wie auch die Opfer des Verbrechens - aus der Stadt Sakamensk an der mongolischen Grenze. Zwei Männer und fünf Frauen waren von dort am 30. Januar mit einem Kleinbus nach Irkutsk aufgebrochen, um dort Waren für ihre Stände in einer Markthalle zu erwerben.
Noch am gleichen Tag brach der Telefonkontakt zu der Gruppe ab und Verwandte schlugen Alarm. Doch erst zwei Tage später wurde das Fahrzeug samt seiner ermordeten Insassen 180 Kilometer von der Stadt entfernt in einem Waldstück abseits der Straße gefunden – just in einem Bereich, in dem kein Mobilfunkempfang besteht.
Vier Frauen waren von den Tätern gefesselt worden, bevor sie mit Schüssen und Messerstichen umgebracht wurden.
Als Tatverdächtige wurden jetzt ein 22 Jahre alter Mann und zwei 17-jährige Schüler festgenommen. Nach Angaben der Ermittler ist ein Motiv der Konkurrenzkampf der örtlichen Beförderungsunternehmen. Die Täter hätten es aber auch auf die umfangreiche Barschaft ihrer Opfer abgesehen gehabt.
Jeder der getöteten Händler soll zwischen 40.000 und 60.000 Rubel (ca. 1.000 – 1.500 Euro) bei sich gehabt haben.
Unter den Opfern des Verbrechens ist auch eine Sonderschullehrerin, die als Alleinerziehende drei Kinder zu versorgen hatte. Wegen ihres niedrigen Lohnes betrieb sie zusammen mit ihrer Schwester einen Marktstand.
Hauptsache, man lässt sich die Laune nicht verderben.Dann lässt es sich auch im hintersten russischen Dorf noch recht gut leben.( Topfoto: Mrozek/.rufo)