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| Die Berge um Sotschi werden nach 2014 nicht mehr wiederzuerkennen sein, befürchtet der WWF (Foto: sochi2014.ru) | |
Dienstag, 16.02.2010
Olympia Sotschi: WWF-Ökologen machen nicht mehr mit
Sotschi. Alle Welt schaut auf Vancouver, während Russland in Sotschi die Olympischen Winterspiele 2014 vorbereitet - ohne große Rücksicht auf Natur und Ökologen. Der WWF zeigt den Organisatoren die rote Karte.
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In einer auf der Webseite der russischen Abteilung des World Wildlife Funds (WWF) verbreiteten Erklärung führen die Naturschützer auf, warum sie sich vorerst aus dem Koordinationsbeirat zurückziehen, in dem Olympiaplaner, Behörden und Ökologen eigentlich ihre Projekte in und um Sotschi absprechen sollten.
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Zum gegenwärtigen Zeitpunkt, so der WWF, seien „die Vorbereitungen für Olympia außer Kontrolle geraten“. Die Qualität der errichteten Bauten sei mangelhaft, der Umwelt wurde und werde großer Schaden zugefügt und den Umweltschützern sei die Möglichkeit genommen, den Baufortgang einer unabhängigen Kontrolle zu unterziehen.
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Grüne Versprechen - und dann rollen die Bagger Die Gespräche und Diskussionen im Koordinations-Berirat seien konstruktiv, meint der WWF. Einzig, es gebe das Problem, dass die dabei getroffenen Entscheidungen und Zusagen nicht eingehalten würden.
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Der WWF nennt als Beispiele, dass zunächst vereinbarte Schutzgebiete dann doch nicht ausgewiesen würden oder in ihrer Ausdehnung von den umsetzenden Behörden drastisch eingeschränkt werden. So sei ein Naturpark statt der ursprünglich zugesagten 15.000 Hektar jetzt nur 9.000 Hektar groß – unter anderem, weil der Kreml in dem Gebiet eine Präsidentenresidenz errichten will.
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Öko-Gutachten als Beamten-Pflichtübung Auch die Art und Weise, wie beispielsweise Umweltgutachten zu einzelnen Bauprojekten übers Knie gebrochen würden oder angebliche ökologische Ausgleichsflächen geschaffen werden, sagt dem WWF nicht zu. So beruhe das Umweltgutachten für den Bau der Straßen- und Bahnverbindung von der Küste zu den Wintersportstätten in den Bergen – immerhin ein Projekt im Umfang von 6 Mrd. Euro – „auf zoologischen und botanischen Forschungen, die von weniger als zehn Leuten innerhalb einiger weniger Wochen“ gemacht worden seien.
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Ähnlich äußert sich auch Greenpeace als zweite renommierte Umweltorganisation, die bislang in dem Olympia-Ökogremium mit am tisch sitzt: „Unsere Aktivitäten beschränken sich auf den koordinationsrat, aber alle seine Entscheidungen und Wünsche werden gebrochen oder ignoriert“, so der Greenpeace-Experte Michail Krejndlin gegenüber der Zeitung „Kommersant“.
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Olympiabauer: Wir sind doch schon ganz grün Der Olympia-Baukonzern Olympstroi reagierte verwundert auf die Demarche der Ökologen: „Viele der von ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen werde oder wurden verwirklicht“, hieß es dort. Bei den Bauvorhabenwürden hohe ökologische Normen angewandt und auch die Erfahrungen anderer Olympia-Ausrichter berücksichtigt.
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Auf Betreiben der Umweltschützer sei beispielsweise der Standort der Bobbahn und anderer Objekte verlegt worden. Man könne deshalb nicht behaupten, niemand würde auf die Umweltschützer hören, argumentieren die Olympia-Planer.
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Eine Sperrzone nur für Umweltschützer Besonders verärgert ist der WWF zudem über Maßnahmen der Behörden, die Umweltschützern die Arbeit in der Olympiazone unmöglich machen würden. So seien bereits zweimal Umweltaktivisten und sogar eingeladene ausländische Fachleute festgenommen worden – formell, weil sie ohne Passierschein im Grenzgebiet angetroffen worden seien.
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Wie sich dann bei den folgenden Gerichtsverfahren herausstellte, befinden sich nämlich alle Olympiaobjekte in dieser Sperrzone – „obwohl Touristen und andere Besucher niemals irgendwelche Passierscheine erhalten und keinerlei Ahnung vom Bestehen dieser Regelung“ hätten.
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