St. Petersburg. Das Büro der Menschenrechtsorganisation „Memorial“ in St. Petersburg wird gegenwärtig von Kriminalisten der Staatsanwaltschaft durchsucht. Nach Auskunft der Behörde geht es um ein Ermittlungsverfahren wegen Anstachelung zum nationalistischen, rassistischen oder religiösen Hass.
Das Verfahren bezieht sich auf eine Publikation in der Zeitung „Nowy Peterburg“.
Irina Flige, die Leiterin des Petersburger Memorial-Büros, erklärte gegenüber Journalisten, sie wisse nichts über diesen Artikel. „Uns verbindet nichts mit dem Fall, im Rahmen dessen die Durchsuchung angeblich stattfindet. Ich nehme an, dass dies nur ein Vorwand ist, um uns zu schließen.“
Die Durchsuchung wird von drei Personen vorgenommen, von denen zwei maskiert sind. Die Memorial-Mitarbeiter, die zu Beginn der Durchsuchung dort anwesend waren, werden nicht hinausgelassen, andere nicht hinein.
„Memorial“ kümmert sich traditionell um die Vergangenheits-bewältigung sowie die Rehabilitierung und Sozialleistungen für Opfer des Sowjetsystems, setzt sich aber auch allgemein für die Bürger- und Menschenrechte in Russland ein.
Hauptsache, man lässt sich die Laune nicht verderben.Dann lässt es sich auch im hintersten russischen Dorf noch recht gut leben.( Topfoto: Mrozek/.rufo)