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Freitag, 10.08.2012

Kirchen-Kritiker schlagen Patriarch für Nobelpreis vor

Moskau. Reichlich sarkastisch hat eine Verbraucherschutz-Organisation auf ein unlängst gefälltes Urteil reagiert, das der russisch-orthodoxen Kirche den steuer- und belegfreien Handel mit Souvenirs in Gotteshäusern erlaubt: Kirchenoberhaupt Kyrill I. habe sich dafür den Nobelpreis verdient – in Wirtschaft, versteht sich.

Die Organisation „Öffentliche Kontrolle“ (OZPP) hatte unlängst den Versuch unternommen, den von der Kirche in vielen Gotteshäusern organisierten Verkauf von Andenken, Schmuckstücken, Kerzen und anderen Waren in Einklang mit dem russischen Handelsrecht zu bringen - oder eben verbieten zu lassen.

Die Klage vor einem Gericht wurde im Juli jedoch abgeschmettert: Der richterlichen Urteilsbegründung zufolge verkauft die Kirche nämlich keine Waren, sondern verschenkt sie gegen eine Spende in empfohlener Höhe. Dieser Austausch eines Gutes gegen Geld diene letztlich auch nur dazu, auf beiden Seiten den christlichen Glauben zu stärken.

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Die OZPP hat gegen dieses Urteil nicht nur Beschwerde eingelegt, sondern daraus auch eine PR-Kampagne gegen die Kirche gemacht: Neuer Höhepunkt ist nun eine auf der Webseite der Organisation veröffentlichte Eingabe an das Nobelpreis-Komitee in Stockholm, dem „autodidaktischen Ökonomisten Wladimir Gundjajew (zugleich Patriarch von Moskau und ganz Russland Kyrill) sowie dem zuständigen Richter in dem Verfahren den Nobelpreis für Wirtschaft zu verleihen.

Als Begründung führen die Kirchenkritiker an, die beiden potentiellen Laureaten hätten „die herausragende Entdeckung“ gemacht, dass der Austausch von Ware gegen Geld eine „neue, der Wissenschaft bislang nicht bekannte Form der Rechtsbeziehungen“ sein kann, die von ihren Entdeckern „gegenseitiges gegenleistungsloses Schenken zu empfohlenen Preisen“ genannt wurde.

Ihr Verdienst sei zudem, dass sie für diese, der „bourgoisen Wirtschaftstheorie bislang unbekannten“ Form des Handels auch praktische Anwendung gefunden hätten. Diese neue Form der Wirtschaftsbeziehung erlaube es zudem, so die Verbraucherschützer in ihrer Laudatio, jegliche Gesetze über den Handel und Verbraucherrechte zu ignorieren und die Einnahmen in keinerlei Bilanzen offen zu legen.

Probleme bei der weiteren flächendeckenden Anwendung der ökonomischen „Entdeckung“ des Kirchenoberhauptes sehen dessen humorvolle Gegner allenfalls in einem möglichen Defizit an Weihwasser aufgrund zu hoher Nachfrage.

Denn das Segnen und Besprenkeln der angebotenen potentiellen Geschenke mit Preisschildern wurde in dem Verfahren von der Kirche als unverzichtbarer Bestandteil des Vorgangs dargestellt.

Grundsätzlich sieht die russisch-orthodoxe Kirche in derartigen Angriffen – ebenso wie im Auftritt der Punk-Band Pussy Riot in der Christ-Erlöserkirche oder dem Skandal um eine sündteure Luxusuhr des Patriarchen – nur Versuche gottloser Feinde, die Russlands moralische Basis und letztlich auch die bestehende Staatsordnung untergraben wollen.



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jich 12.08.2012 - 14:26

Kirchen-Kritiker schlagen Patriarch für Nobelpreis

Na dann mal viel Erfolg!
Obama-Kritiker haben es 2009 schließlich auch geschafft, dass ihr Schützling den Friedenspreis bekommt...


Cello 10.08.2012 - 17:40

Weshalb......


.Zigaretten nicht? Da hat der Patriarch doch hervoragendes KnowHow!!


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