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Freitag, 16.07.2010
Putin lässt Wolgograds Machthabern die Leviten lesen
Wolgograd. Bei einem Arbeitsbesuch in Wolgograd hat der russische Premierminister das Thema „Korruption im Bauwesen“ aufs Tapet gebracht. Dabei konfrontierte er Bürgermeister und Gouverneur mit deren größtem Kritiker.
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Durch und durch korrupt – so lautet die Quintessenz eines Gesprächs, das Wladimir Putin in Wolgograd initiierte. Auf einer Beratung, die offiziell dem „Abbau von Hürden bei Baugenehmigungen“ gewidmet war, sagte der Leiter des russischen Unternehmerverbands „Delowaja Rossija“, Roman Sosarukow, dem Bürgermeister von Wolgograd schonungslos die Meinung.
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Putin stellte die an sich harmlose Frage, ob im Gebiet Wolgograd bei der Vergabe von Bauaufträgen Auktionen durchgeführt oder ob solche Fragen „unter der Hand“ gelöst werden. Wolgograds Bürgermeister Roman Grebennikow meinte darauf, das sei „sinnlos, weil die Bauherren eh kein Geld dafür haben“.
Der Unternehmer Sosarukow fand dann genau die Worte, die Putin wohl hören wollte. Das Vergabesystem in Wolgograd sei „unerträglich korrumpiert“, erklärte er laut der Zeitung „Kommersant“. Auktionen gäbe es keine, weil die Stadtregierung „Angst hat, dass Fremde den Zuschlag bekommen“.
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Die „eigenen Leute“ bekämen die Genehmigungen außerdem viel schneller, und wer „die Frechheit besitzt, gegen diese Praktiken anzugehen“, sei plötzlich seinen bereits abgeschlossenen Vertrag los, „bekommt Drohungen, Autos werden abgefackelt“.
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Daraufhin versprach Putin dem Unternehmer Schutz seitens der Staatsanwaltschaft. Der Bürgermeister von Wolgograd durfte sich nach diesen Anschuldigungen allerdings nicht rechtfertigen.
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Laut „Kommersant“ ist solch eine direkte Konfrontation von Kontrahenten aus Beamtenschaft und Unternehmertum in Anwesenheit des Premierministers ein Novum. Vielleicht ist es ein neues Mittel im Kampf gegen Verfilzung und Vetternwirtschaft.
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