Bischkek. Wieviel kostet ein Menschenleben? Pro Jahr soviel wie ein paar gute Schuhe, haben kirgisische Abgeordnete errechnet und schlagen vor, die Todesstrafe für Schwerverbrecher wieder einzuführen, um das Geld zu sparen.
Seit 1998 gilt in Kirgisien ein Moratorium auf die Verhängung der Todesstrafe. In der neuen Verfassung von 2006 fehlt der Begriff Todesstrafe ganz. Im Strafrecht besteht sie aber noch und sorgt nun für wahrhaft lebhafte Diskussionen.
Eine Reihe von Abgeordneten sowohl der kommunistischen Partei als auch der Regierungspartei Heller Pfad von Präsident Kurmanbek Bakijew haben sich für die Wiedereinführung der Todesstrafe ausgesprochen.
Sie soll abschreckende Wirkung haben und die Zahl der Schwerverbrechen im Land verringern. Daneben soll sie aber auch Kosten sparen.
Nach Angaben der Befürworter der Todesstrafe verbüßen derzeit 196 Schwerverbrecher in Kirgisien eine lebenslange Haftstrafe. Um sie zu ernähren, zu bewachen und mit allem nötigen zu versorgen, werden pro Jahr rund 20.000 Euro fällig, soviel wie ein Mittelklassewagen kostet.
Auf den Einzelnen umgerechnet kostet die Gefängnishaltung etwas mehr als 100 Euro pro Jahr, also soviel wie ein paar gute Schuhe. Das Geld wollen die Abgeordneten nun sparen, es ist immerhin Krise, begründen sie.
Hauptsache, man lässt sich die Laune nicht verderben.Dann lässt es sich auch im hintersten russischen Dorf noch recht gut leben.( Topfoto: Mrozek/.rufo)