Tiere als Schuldentilger machen Schule in Russland
Tomsk. Ein sibirischer Verkehrssünder wollte sein Kätzchen konfiszieren lassen, um seine Strafe zu zahlen. Die Gerichtsvollzieher lehnten ab, freuen sich aber, dass „die Bürger in den Medien so genau unsere Arbeit verfolgen“.
Der Mann aus dem Gebiet Tomsk hatte nämlich mitbekommen, dass Ende November in Westsibirien ein Ehepaar seine Rassekatze hatte verpfänden lassen, weil sie ihre Wohnungsnebenkosten in Höhe von 15.000 Rubeln(knapp 350 Euro) nicht zahlen konnten (Russland-Aktuell berichtete).
Allein, der Deal klappte nicht. Im Falle des Ehepaares handelte es sich nämlich um ein Kätzchen der elitären Sphinx-Rasse, die immerhin auf 1.000 Rubel geschätzt worden war; der Mann aus Tomsk hatte dagegen nur „ein ganz gewöhnliches Kätzchen“, teilte die Pressestelle des Gerichtsaufseherbehörde gegenüber RIA Novosti mit.
Lob bekam er trotzdem für sein Angebot. „Die Gerichtsvollzieher sind erfreut, dass die Bürger die Arbeit unserer Kollegen in den Medien verfolgen, die davon erzählen, wie Rassehaustiere konfisziert werden“, verlautete aus der Pressestelle.
Das Konfiszieren von Tieren kommt in Russland anscheinend in Mode. So weiß RIA Novosti von der Kuh Maika, dem Pferd Sorka und dem Kalb Jascha aus Petrosawodsk zu berichten, die für 26.000 Rubel (600 Euro) Schulden gepfändet wurden.
Und im Fernen Osten bekam ein Perserkater den Kuckuck ins Fell gedrückt. Das zeigte Wirkung: Sein Herrchen tilgte seine Schulden noch am selben Tag.
Mach mal Pause, erst recht in dieser Hitze. Das dachte sich auch dieser Kranführer im Petersburger Hafen, dem dafür wenigstens ein luftiges Plätzchen zur Verfügung steht.( Topfoto: Deeg/.rufo)