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Montag, 25.06.2012

Kudrin: Renteneintrittsalter muss alsbald erhöht werden

Moskau. Das Renteneintrittsalter in Russland muss in absehbarer Zeit erhöht werden, so der frühere Finanzminister Alexekj Kudrin. Das gegenwärtige Rentensystem habe schon ein Defizit, das dreimal größer sei als die Mittel für Straßenbau.


„In zwei oder drei Jahren“, so Alexej Kudrin, müsse man auf die Frage einer Erhöhung der Lebesnarbeitszeit zurückkommen, so der für seine Haushaltsdisziplin bekannte ehemalige Finanzminister, der sich im Herbst aufgrund einer Erhöhung der Militärausgaben mit Dmitri Medwedew überworfen hatte und deshalb gehen musste.

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Wie Kudrin heute in einem TV_Interview erklärte, habe dieRegierung gar keine andere Wahl, da die erforderlichen Mittel zur Deckung des Defizits in der Rentenkasse immer größer werden. „Das demografische Problem stellt sich in unserem Land sogar schärfer als in anderen Staaten. Wir geben jedes Jahr für das Renten-Defizit 1 Billion Rubel aus“, erklärte Kudrin.

Die Mittel für Straßenbau betragen 350 Mrd. Rubel, so Kudrin. „Das heißt, wenn wir nicht den Pensions-Fonds bezahlen müssten, könnten wir vier Mal mehr Straßen bauen“.

Kudrins Nachfolger Anton Siluanow hatte letzte Woche erklärt, dass das Rentenalter in Russland nicht erhöht werden müsse, da das Defizit in der Rentenfinanzierung in den nächsten 15 Jahren durch eine grundlegende Reform des Pensionssystems ausgeglichen werden könne.

Gegenwärtig gehen in Russland Männer schon mit 60 Jahren und Frauen mit 55 Jahren in Rente. Allerdings ist die durchschnittliche Lebenserwartung auch deutlich niedriger als in westlichen Ländern.



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jich 26.06.2012 - 19:00

SStroll

>Wieder trifft es die Schwächsten
>in der russischen Gesellschaft,
>die Frauen.

Moment mal, welchen Posten belegt Kudrin nochmal? Richtig, aus dem Kreml rausgeworfen und nun \"Arab Spring\"-Sympathisant. So haben auch schon Nemzov, Kasjanov und ähnliche Konsorten angefangen. Seine anti-soziale Politik ist voll kompatibel mit der modernen EU-Politik des ´too big to Fail´ und ´invisible hand of the market´.

PS: Den Rest Ihres Märchen-Beitrags schreiben Sie im Grunde seit Monaten in kleinen Fetzen. Wirds nicht langsam langweilig?


Stoll 26.06.2012 - 04:55

Die Lebenserwartung russischer Männer liegt etwa bei 60 Jahren und der Frauen bei 72.
Die Erhöhung des Renteneintrittsalters würde somit nur die Frauen betreffen, da die Männer dann laut Lebenserwartung schon tot sind. Wieder trifft es die Schwächsten in der russischen Gesellschaft, die Frauen.
Der russische Staat ist noch immer nicht in der Lage in weiten Gebieten des Landes selbst minimalen gesundheitlichen Schutz zu bieten. Ohne Schmiergeld läuft in vielen Krankenhäusern nichts. Dazu kommen Saufen, Abtreibungen und durch die geringen Einkommen eine ungesunde Lebensweise. Nur in Großstädten beginnen Teile der Mittelschicht auf eine gesunde Lebensweise zu achten. Eine Wirtschaft die fast nur auf Öl und Gas ausgerichtet ist,bekommt am ehesten zu spüren wenn die Öl und Gaspreise in den Keller rauschen. Wenn dann noch die grassierende Korruption auch die kleinsten ökonomischen Erfolge zu nichte macht, dann sieht es sehr schlecht für die Wirtschaft aus.Schuld ist das System, was den aktiven Menschen Fesseln anlegt. Wenn russische Studenten mit großer Mehrheit sagen,dass ihr Lebenstraum im Westen liegt und nicht in ihrer Heimat, wirft das ein sehr schlechtes Bild auf die herrschenden Zustände. Russlands schwindende Bevölkerung wird den Rückstand unter diesen Bedingungen leider nicht aufholen. Denn wer geht, der kann auch keine bleibenden Werte für sein Land schaffen. Und da Millionen gehen, ist der Aderlass für Russland zur existenziellen Frage geworden.Den russischen Menschen kann nur geraten werden, ihr diktatorisches Regime hin zur Demokratie zu ändern. Sonst wird man wieder von Obervolta mit Atomwaffen sprechen.


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