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Mittwoch, 08.08.2012

Pussy Riot-Prozess: Das Urteil ergeht am 17. August

Moskau . Der letzte Verhandlungstag im Prozess gegen drei Mitglieder der wegen Rowdytums angeklagten Frauenband Pussy Riot ist in Moskau mit dem Schlusswort der Angeklagten zu Ende gegangen. Das Urteil ergeht am 17. August.

Nach nur einer knappen Stunde war der achte Verhandlungstag in dem international Aufsehen erregenden Prozess am Mittwochmittag auch schon wieder zu Ende. Die drei Angeklagten Nadeschda Tolokonnikowa, Marija Alechina und Jekaterina Samuzewitsch beteuerten in ihren emotional gefärbten kurzen Schlussreden nochmals ihre Unschuld

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• Staatsanwalt fordert drei Jahre Haft für Pussy Riot (07.08.2012)
• Chodorkowski: Pussy Riot-Prozess Blamage für Russland (06.08.2012)
Die Schlussworte wurden von reichlichem Applaus aus dem Saal begleitet. Die drei Angeklagten verglichen den Prozess unter anderem mit den stalinschen Schauprozessen der 1930er Jahre.

Die Vorsitzende Richterin setzte die Urteilsverkündung auf den 17. August um 15 Uhr fest. Am Vortag hatte der Staatsanwalt drei Jahre Gefängnis für die Frauen gefordert, die am 21. Februar in der russisch-orthodoxen Hauptkirche Russlands in Moskau ein „Punk-Gebet“ gegen Putin abgehalten hatten.

Viele Prominente setzen sich derweil für ein wesentlich niedrigeres Strafmaß ein, darunter auch hohe Kirchenvertreter – sie plädieren für „gesellschaftlich nützliche Arbeit“ oder aber eine Bewährungsstrafe. Anhänger der Punkerinnen kündigen an, sie würden Protestaktionen veranstalten, sollte es ein hartes Urteil geben.

Nach Madonna meldete sich heute auch Yoko Ono, die Witwe von John Lennon, zu Wort. In ihrem Twitter-Blog wendet sie sich direkt an Staatspräsident Wladimir Putin: „Mister Putin, Sie sind ein weiser Mensch. Sie haben es nicht nötig, gegen Musiker und ihre Freunde zu kämpfen. Heben Sie sich die Plätze im Gefängnis für ernstere Verbrecher auf.“



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Royaler 13.08.2012 - 10:07

Jugend trifft Kern

Irgendwie sehr „schlechtes Benehmen“ im internationalen Konzert von Russlands selbst an die Spitze gehobener Machtgruppe -
mag ja sein, dass genau das bei Russlands Patrioten gut ankommt.

Aber die Jugend, vertreten durch die drei mutig aufmüpfigen jungen Damen, macht die besseren
Polit-Shows, da sie den Kern empfindlichst trifft.

Pop-Protest punktet wieder, wie auch die Madonna-Konzerte zeigen - die Großmüttergeneration
mit gezielter Solidarität kommt wieder ins Geschäft, da der Apparat brav darauf abfährt.
Generationsübergreifende Wirksamkeit. Wer lässt denn seine Kinder im Stich? Da braut sich wie zu Beatles-Zeiten, damals gegenüber der UdSSR, etwa zusammen.

Dem Machtapparat geht die Jugend in Russland verloren, das sollte allmählich der Letzte im großen Russland merken, der Kreml zittert schon gewaltig.

Ob da die Privilegienvergabe durch vermehrte Pöstchenverteilung an die junge Generation durch Ausweitung des Beamtenapparates tatsächlich helfen wird, bleibt die Frage.
Die Publicity Fehde haben die Drei von Pussy Rian zunächst mal für sich entschieden.

Was sich sonst so tut gegen die Opposition im Lande, ist mindestens so beachtenswert wie die publikumswirksame „Pussy Riot Show“ gegen Putin,
da ist Härte und nicht Milde von Staats wegen gesetzlich fragwürdig
untermauert angesagt und ständig im Gange - und das ist strategische Struktur des Regimes.

Ich wünsche den Dreien von Pussy Riot und all ihren UnterstützerInnen langes Durchhaltevermögen für die Sache der Jugend Russlands.


Cello 10.08.2012 - 03:50

Aber, aber.....


...Rogosin!!

http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Russlands-Vizepremier-bezeichnet-Madonna-als-Hure/story/24955706


jich 09.08.2012 - 17:22

Royaler 09.08.2012 - 10:46 RUS raus aus Europa?

Sicher! Aber am besten im Winter und die Gasleitungen gleich mitnehmen!


Royaler 09.08.2012 - 10:46

RUS raus aus Europa?

Seit 1998 ist Russland der größte Mitgliedstaat im Europarat.
Russland ist in Europa dabei.
Soll das vorbei sein?

Russische Staatsorgane halten sich am wenigsten an die angesagten Regeln, werden am häufigsten in Straßburg beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte angeklagt.

Ist mit dem nun in der Olympiazeit plazierten,
weltweit beachteten Pussy Riot
Schauprozess voller Absurditäten nicht das Fass voll?

Vor 10 Jahren, 2002, gabs das erste Urteil wg. unfairen Verfahrens.

Ein mieses 10tes Jahrgedächtnis, unter Putin III wird noch draufgelegt.
Straßburg sollte unbedingt mit dem Gipfel an Absurditäten im Rechtsfall Pussy Riot befasst werden.

Oder Europa zeigt diesen nicht Belehrbaren die rote Karte, wenn sie weiter in archaische Verfahrensweisen kirchlicher und staatlicher Patriarchen,
die mit europäischem Fortschritt in Sachen Rechtsstaat nichts mehr zu tun haben,verfallen.

Jedes Gericht in Russland ist angewiesen durch das Oberste Russische Verfassungsgericht, sich an die Grundsätze der Europäischen Konvention für Menschenrechte und an die Rechtssprüche des Straßburger Gerichtshofs zu halten. Im Pussy Rion Prozess will oder soll die Richterin Marina Syrowa sich nicht daran halten; politische Befangenheit ist das Geringste, was man zu konstatieren hat.

Es wird ruckartig deutlich mieser in Russland, da schwankt der Satz:
Es gab bisher keine freiere Lage für Russen als die von Putin
zumindest bisher nicht ruinierte Situation, seitdem Perestroika und Glasnost den Weg zur Freiheit geöffnet hatten.


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