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Dienstag, 22.06.2010
Gaskrieg: Lieferungen an Weißrussland weiter gedrosselt
Moskau. Gazprom hat seine Erdgas-Lieferungen an Weißrussland heute Vormittag nochmals um 15 Prozent zurückgefahren – obwohl Putin gestern eine weitere Drosselung ausgeschlossen hatte. Minsk bekommt jetzt nur 70 Prozent des üblichen Umfangs.
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Wladimir Putin hatte gestern Nachmittag erklärt, dass Russland seine Gaslieferungen wegen der aufgelaufenen weißrussischen Schulden theoretisch auch um 85 Prozent kürzen könnte, dies aber wegen „eines besonderen Verhältnisses zu den weißrussischen Abnehmern“ nicht tun werde. Die gesttrige Lieferbeschränkung um 15 Prozent sei „absolut begründet“, aber noch stärker werde der Gas-Fluss nicht zurückgefahren, so Putin.
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Die Gazprom-Führung hielt sich allerdings nicht an die Worte des Premiers und drosselte heute den Durchfluss nochmals um 15 Prozent. Morgen könnte sich der weißrussische Schuldenstand von gegenwärtig 197 Mio. Dollar auf 250 Mio. Dollar erhöhen, da dann der Stichtag für die Begleichung der Mai-Lieferungen ansteht.
Die Schulden sind entstanden, weil Weißrussland in diesem Jahr sein Erdgas nach wie vor wie 2009 mit 150 Dollar pro 1.000 Kubikmeter vergütet, obwohl der Preis schon in den ersten vier Monaten von 2010 auf 174 Dollar anstieg.
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Minsk macht eine Gegenrechnung auf und fordert von Gazprom ausstehende 217 Mio. Dollar an Transitgebühren für die Nutzung der Exportpipelines auf seinem Gebiet. Laut Gazprom gibt es hier tatsächlich eine russische Schuld, doch beruhe sie darauf, dass sich beide Seiten bisher nicht über einen neuen Tarif für die Durchleitung haben einigen können.
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Weißrusslands Vizepremier Wladimir Semaschko kündigte gestern an, dass Weißrussland seine Schulden erst in zwei Wochen begleichen könne. Bei Gazprom ist man aber nicht gewillt, noch so lange zu warten.
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