|
Dienstag, 22.06.2010
Fall Chodorkowski: Minister Christenko im Zeugenstand
Moskau. Erstmals hat im Moskauer zweiten Chodorkowski-Prozess ein aktives Regierungsmitglied Zeugenaussagen gemacht. Wirtschafts- und Industrieminister Viktor Christenko erklärte, dass er von dem Öl-Diebstahl in großem Stil nichts weiß, den die Angeklagten angeblich organisiert haben soll.
|
|
Der Auftritt von Viktor Christenko sorgte allerdings für ein geringeres Medienaufgebot als gestern, als der ehemaligen Wirtschaftsminister und heutige Sberbank-Chef German Gref in den Zeugenstand gerufen wurde - und ebenfalls die angeklagten Michail Chodorkowski und Platon Lebedew entlastete.
|
„Der Diebstahl von Öl aus Pipelines ist ein Problem, das es gab, gibt und geben wird. Aber von einem Diebstahl von Öl in Millionenumfang weiß ich nichts“, erklärte Christenko. Zur Zeit der dem Yukos-Konzern von der Anklage vorgeworfenen Unterschlagungen war er zunächst Erster Vizefinanzminister, später dann Vizeregierungs-Chef.
Auf eine Frage Chodorkowskis antwortend, erklärte Christenko, dass seinerzeit der Ölkonzern Yukos einer der größten Kunden des staatlichen Pipelinebetreibers „Transneft“ gewesen sei. Wenn Öl während des Transports verloren ginge, trage dafür auch Transneft die Verantwortung und nicht das Unternehmen, dass das Öl eingespeist habe.
|
Christenko bekräftigte auch, dass der Preis für Öl in der Förderregion grundsätzlich niedriger sei als in europäischen Häfen oder auf internationalen Ölbörsen.
|
Chodorkowski und Lebedew wird in dem Prozess vorgeworfen, illegale Gewinne aus der Preisdifferenz gezogen zu haben und ihre eigenen ölfördernden Tochterunternehmen betrogen zu haben.
|
|
|
Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.
Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare
Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>