Kommunisten fordern den Kopf von Wahlleiter Tschurow
Moskau. Die Kommunisten wollen den Leiter der zentralen Wahlkommission Wladimir Tschurow abwählen. Tschurow habe seine Aufgabe, faire Wahlen zu gewährleisten, nicht erfüllt, begründete Kommunistenführer Gennadi Sjuganow die Rücktrittsforderung. Nach Regional- und Lokalwahlen in ganz Russland spricht die Opposition von massiver Fälschung zugunsten der Kremlpartei Einiges Russland.
Bei den Wahlen am 11. Oktober hatte Einiges Russland faktisch in allen Regionen gewonnen. Die Opposition spricht hingegen von Wahlfälschung.
In einer Dumasitzung vergangene Woche kam es zum Eklat, als alle - eigentlich als gemäßigt geltenden - Oppositionsparteien demonstrativ den Sitzungssaal verließen, um gegen den Ablauf der Wahlen zu protestieren.
Der Kreml brachte die "Rebellion" schnell unter Kontrolle. Nach nur zwei Tagen kehrten die nationalistische LDPR und die zweite Kremlpartei Gerechtes Russland wieder in die Duma zurück. Die Kommunisten nehmen seit dieser Woche wieder an den Duma-Sitzungen teil.
Ganz abgefunden hat sich die KP mit ihrem Schicksal allerdings noch nicht. Bei einer Anhörung der Wahlkommission forderte KP-Chef Sjuganow den Rücktritt von Wahlleiter Tschurow.
Zudem will die KPRF den Präsidenten der russischen Teilrepublik Mari El, Leonid Markelow, absetzen. Er habe in Mari El den Rechtsstaat abgeschafft, erklärte Sjuganow. Tatsächlich gilt das Regime in der autonomen Teilrepublik unter Bürgerrechtlern als autoritär.
Mach mal Pause, erst recht in dieser Hitze. Das dachte sich auch dieser Kranführer im Petersburger Hafen, dem dafür wenigstens ein luftiges Plätzchen zur Verfügung steht.( Topfoto: Deeg/.rufo)