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Freitag, 15.06.2007
Sacharow-Museum wegen Religionsausstellung angeklagt
Moskau Der Direktor des Moskauer Sacharow-Zentrums, Juri Samodurow, muss sich möglicherweise vor Gericht wegen antireligiöser Hetze verantworten. Am Donnerstag leitete die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren gegen die Organisatoren der Ausstellung „Verbotene Kunst 2006“ ein. Die Galerie im März war auf massiven Protest der russisch-orthodoxen Kirche sowie verschiedener religiöser Bewegungen gestoßen.
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23 Exponate hinter einer Wand mit kleinen Gucklöchern erregten damals die Öffentlichkeit, denn zu sehen waren christliche Motive, die von den Künstlern in provokanter Weise verarbeitet wurden. So konnten Besucher unter anderem eine Christus-Abbildung mit der Aufschrift „Coca Cola – This is my blood“ oder Fotocollagen, in denen Mickey Mouse als Moses auftaucht, sehen. Schon damals bezeichnete der Sprecher der orthodoxen Kirche Wsewolod Tschaplin die Präsentation dem epd gegenüber als rechtswidrig.
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Sie verletze die Gefühle der Gläubigen, argumentierte Tschaplin. „Dabei ist unerheblich, in welchem Raum oder an welchem versteckten Ort die Bilder gezeigt werden.“ Dieser Argumentation hat sich nun offenbar auch die Staatsanwaltschaft angeschlossen, die ein Verfahren gegen den Kurator der Ausstellung Andrej Jerofejew und den Museumsdirektor Juri Samodurow eingeleitet hat.
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„Wenn die Staatsanwaltschaft ein Verfahren eingeleitet hat, heißt das, das die Entscheidung getroffen wurde, mich einzusperren. Die Frage lautet nur, wann und für wie lange? Wahrscheinlich will die Staatsanwaltschaft das Museum um einen Kopf kürzer machen – um meinen“, erklärte Samodurow. Der Bürgerrechtler ist bereits wegen antireligiöser Hetze vorbestraft, da er 2003 die Ausstellung „Vorsicht Religion“ in seinem Museum mit denselben Exponaten zeigen ließ.
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(ab/epd/.rufo/Moskau)
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