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| Der Eisbrecher Rossija nahm an der ersten Polar-Expedition im Juni 2007 teil (Foto: Westi). | |
Donnerstag, 23.08.2007
Polar-Expedition: Meeresgrund wahrscheinlich Russisch
Moskau. Erste Ergebnisse der Polar-Expedition „Arktika 2007“ liegen vor. Laut Wissenschaftlern ist der Lomonossow-Rücken wahrscheinlich Russisch. Moskau könnte Anspruch auf 10 Milliarden Tonnen Kohlenwasserstoffe erheben.
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Es sind die Ergebnisse der ersten Polar-Expedition „Arktika 2007“, die im Juni dieses Jahres durchgeführt wurde, die russische Wissenschaftler jetzt vorlegten. Laut ihren Aussagen ist der Lomonossow-Rücken im Nordpolarmeer eine Verlängerung der sibirischen Festlandplatte. Beweis dafür sollen Gesteinsproben, Messungen und Fotoaufnahmen sein.
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Russland wächst unter Wasser
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Die Chancen, so die Wissenschaftler, stünden gut, dass Russland sein Staatsgebiet ausdehnen könne. Der Zuwachs könne bis zu 1,2 Millionen Quadratkilometer betragen. Unter dieser gigantischen unterseeischen Fläche lagerten neun bis zehn Milliarden Tonnen Kohlenwasserstoffe.
Die erste Expedition „Arktika 2007“ wurde im Juni dieses Jahres vom „Allrussischen wissenschaftlichen Forschungsinstitut für Okeanologie“ durchgeführt. An der Expedition nahmen der Eisbrecher „Rossija“ und begleitende Helikoptern teil.
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Echte und PR-Forscher
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Die Juni-Expedition ist nicht zu verwechseln mit der zweiten Expedition mit demselben Namen, die Anfang August unter großer Aufmerksamkeit der nationalen und internationalen Medien und der Öffentlichkeit den Anspruch Russlands auf weite Teile des Nordpolarmeeres formulierte. Einige russische Medien bezeichnen die zweite Expedition unter der Leitung des Meeresforsches Artur Tschilingarow mittlerweile als gekonnte PR-Inszenierung.
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Bei der ersten Expedition im Juni war der Lomonossow-Rücken über eine Strecke von 690 Kilometern mit einer seismischen Sonde ausgemessen worden. Laut Wissenschaftlern haben die erhobenen Daten eine sehr gute Qualität und geben guten Aufschluss über die Beschaffenheit der Untersee-Welt am Lomonossow-Rücken.
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Beweis-Sammlung für die UN
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Darüberhinaus seien erstmals Fotoaufnahmen des Meeresgrunds am Lomonossow-Rücken gemacht worden. Alle diese Aufnahmen lieferten die nötigen Daten, um eine umfassende Karte des Meeresboden mit Angaben zu den Bodenschätzen machen zu können. Die Untersuchungen im Nordpolarmeer dauern im übrigen weiter an.
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Mit den Untersuchungsergebnissen muss Russland jetzt noch die Vereinten Nationen davon überzeugen, dass der Lomonossow-Rücken fest mit der sibirischen Festlandplatte verbunden ist. Denn eine UN-Konvention aus dem Jahr 1982 legt fest, wer wann und wie Anspruch auf Seegebiete im Nordpolarmeer und die unter dem Meeresgrund verborgenen Bodenschätze erheben kann.
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25 Prozent der weltweiten Öl- und Gasvorkommen
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Um die Ressourcen im Nordpolarmeer – Wissenschaftler gehen davon aus, dass dort 25 Prozent der weltweiten Gas- und Öl-Vorkommen lagern – konkurrieren mit Russland die USA, Kanada, Dänemark und Norwegen. Als einziger Prätendent haben die Vereinigten Staaten allerdings bisher die UN-Konvention zum Meeresrecht aus dem Jahr 1982 nicht unterzeichnet.
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Die USA führen im Nordpolarmeer bereits seit dem Jahr 2003 Messungen durch. Russland war sogar noch früher dran und reichte schon im Jahr 2001 bei der UN einen Antrag auf Ausdehnung des Hoheitsgebiets ein.
(cj/.rufo/Moskau)
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