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Freitag, 28.08.2009
Arctic Sea: Die Piraten beschuldigen den Kapitän
Moskau. Die nebulöse Geschichte um die Entführung des Holzfrachters Arctic Sea bekommt eine neue Wende. Die der Piraterie angeklagten Männer sagen aus, der Kapitän hätte sie zum Bleiben gezwungen.
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Die acht Männer, gegen die gestern Klage wegen Piraterie und Entführung erhoben wurde (Russland-Aktuell berichtete), bestreiten einmütig ihre Schuld. Einer ihrer Anwälte teilte der Zeitung „Kommersant“ seine Sichtweise der Ereignisse mit.
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Demnach waren die acht Umweltschützer auf der offenen Ostsee in einen Sturm geraten und hatten den Kapitän der Arctic Sea um Hilfe gebeten. Der nahm sie an Bord und weigerte sich später, die Männer „in einem beliebigen europäischen Hafen seiner Wahl“ an Land gehen zu lassen.
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Stattdessen habe er Kurs auf Westafrika genommen. Der Anwalt teilte weiterhin mit, die Anklage habe keine Beweismittel vorlegen können: „Von Waffen, schwarzen Jacken mit der Aufschrift „Polizei“ und Masken reden nur die Ermittler, konkret liegen sie nicht vor.“
Ein Sprecher der Ermittlungsbehörde hatte dagegen am Donnerstag mitgeteilt, die acht Männer aus Lettland und Estland hätten die Arctic Sea am 24. Juli in ihre Gewalt gebracht und die Mannschaft misshandelt.
„Die Angeklagten haben die Besatzungsmitglieder in verschiedene Kajüten gesperrt und sie dort isoliert, so dass sie keinerlei Möglichkeit zum Widerstand hatten“, sagte der Behördensprecher.
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Mit diesen widersprüchlichen Angaben fehlt weiterhin jede Klarheit im Geschehen um die Arctic Sea. Für eine mögliche Mittäterschaft der Mannschaft spricht zumindest die Tatsache, dass auch die Besatzungsmitglieder festgehalten werden und kaum Kontakt zu ihrem Familien haben.
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Inzwischen schließen die Ermittlungsbehörden nicht mehr aus, dass außer Holz auch Waffen oder Drogen an Bord gewesen sein könnten.
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