St. Petersburg. Der Busunfall am Newski Prospekt, bei dem am Mittwoch zwei Menschen ums Leben kamen, geht vermutlich auf die Übermüdung des Fahrers zurück. Die Petersburger Nahverkehrsunternehmen werden überprüft.
Der Fahrer des Unglücksbusses hatte nach dem Unfall erklärt, die Bremsen hätten versagt, so dass er ein Ausscheren des Fahrzeugs auf den Bürgersteig an der Haltestelle Ecke Newski/Pl. Wosstanija nicht verhindern konnte.
Der Bus rammte ein Reklameschild und kam kurz vor der Vitrine eines Geschäfts zum Stehen. Zwei Frauen starben, zehn Menschen wurden verletzt, darunter ein vierjähriges Kind. Wie die Ermittlungen zeigen, waren die Bremsen des Busses der Linie 15 aber in Ordnung.
Die Ermittler gehen davon aus, dass der Fahrer am Steuer eingeschlafen ist. Er hatte die beiden Tage zuvor gearbeitet und die dritte Schicht von einem kranken Kollegen übernommen. Dies veranlasste den Petersburger Milizchef, eine umfangreiche Überprüfung aller Unternehmen anzuordnen, die im Nahverkehr tätig sind.
Bei der Kontrolle geht es vor allem um den technischen Zustand des Fuhrparks und die Einhaltung der Arbeitsschutzverordnungen. Es ist kein Geheimnis, dass viele Busfahrer mehr Schichten fahren als erlaubt, um sich ein höheres Gehalt zu sichern.
Aus dem Smolny-Komitee für das Verkehrswesen verlautete indessen, der Bus hätte vor der Haltestelle ein falsch geparktes Auto umfahren müssen. Da die Stelle wegen eines langen Bauzauns eh verengt ist und die Fahrbahn voller Schneematsch war, gelang es dem Busfahrer nicht, sein Fahrzeug rechtzeitig wieder in die richtige Spur zu bringen.
Hauptsache, man lässt sich die Laune nicht verderben.Dann lässt es sich auch im hintersten russischen Dorf noch recht gut leben.(Topfoto: Mrozek/.rufo)