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| Andrej Tarkowski - der "Philosoph des Kinos". (Foto: DEFA) | |
Dienstag, 06.07.2010
Alljährliche Reihe: „Tarkowski im Sommer“ in Berlin
Berlin. Seit nun schon 20 Jahren pflegt das Berliner Arsenal-Institut für Film- und Videokunst die inzwischen lieb gewonnene Tradition seiner Filmreihe: „Tarkowski im Sommer“. Debüt und Abschlusswerk gibt es zum Auftakt.
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Andrej Tarkowski wird im Kino des Arsenal-Instituts inzwischen schon seit zwei Jahrzehnten jedes Jahr mit einer Retrospektive seiner Werke und seines Schaffens gewürdigt. Die Veranstalter haben Spaß daran und das Publikum weiß es zu schätzen.
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Eingefleischte Cineasten wissen längst um den Wert dieses russischen Regisseurs des ausdrucksstarken Films. Bilder, die Gedanken anregen und Gedanken, die sich zu Bildern formen.
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„Wir schauen nur, aber wir sehen nicht!“ So sprach der Künstler selbst, dessen Arbeit fortwährend von der sowjetischen Zensur behindert wurde. Und ein Visionär war Tarkowski unbestritten. Mit seiner „Zone“ in dem 1979 abgedrehten Meisterwerk „Stalker“ bezeichnete er genau das Szenario der heutigen Gegend um Tschernobyl.
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Eine Landschaft, die von der Natur zurückerobert wird, und die immerwährende Suche des Menschen nach dem Sinn seines eigenen Tuns. Durch die Bank ein hochaktuelles Thema auch im 21. Jahrhundert. Und erneut soll Tarkowski selbst zu Wort kommen: „…denn der Gedanke ist kurzlebig, das Bild aber ist absolut“.
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„Solaris“ als Grundfrage der Philosophie 1972 entstand Tarkowskis Science-Fiction-Klassiker „Solaris“ nach dem gleichnamigen Roman des aus Lemberg , heute Lwiw, stammenden Stanislaw Lem. Ängste und Wünsche beschreibt er, aber auch eine metaphysische Reise in die Innenwelt, und führt an die Grenzen des menschlichen Seins.
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Auch sein Historienfilm „Andrej Rubljow“ und die Kriegserzählung „Iwans Kindheit“ sind durchzogen von der ewigen Suche nach dem eigenen Selbst. Seine Werke schrieben wegen Tarkowskis ästhetischer Prinzipien ihre eigene Filmgeschichte. Im Ausland wurde er gefeiert und mit Preisen gekürt.
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Abschlussarbeit und das Filmdebüt Mit den gestaltenden Künsten begann Andrej Tarkowski sein Studium, bevor er 1954 endgültig an die Filmhochschule in Moskau ging. Schon mit seinem Abschlussfilm im Jahr 1960 zeigte er seine Eigenwilligkeit.
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„Die Straßenwalze und die Geige“ wurde bereits sein Durchbruch in den Olymp der Filmemacher. Ein Tag im Leben des jungen Sascha, der sein Geigenspiel dem Fußball vorzieht und dadurch zum Außenseiter wird und wieder einmal kurz davor steht, auf ein neues Mal verprügelt zu werden.
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| Wann und wo |
Kino Arsenal im Sony-Center Potsdamer Straße 2 10785 Berlin (030) 26955100
09.07.2010 um 20:00 Uhr 12.07.2010 um 19:00 Uhr
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Die dort in gerade mal 45 Minuten gepackten klar strukturierten Stilformen und Bildmotive sollten fortan Tarkowskis Werke prägen.
„Am Anfang war das Wort. Warum, Papa?“ Der zweite Film der zum Auftakt der Reihe gezeigt wird, ist zugleich auch Tarkowskis Letzter. Aber er bleibt auch 1986 seinem Credo treu. „'Opfer'“ widmet sich abermals Bildern von großer Schönheit und rätselhafter Symbolik“, schreibt „Das Lexikon des internationalen Films“.
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Der Plot ist eine in Schweden gedrehte Handlung um eine Geburtstagsgesellschaft, die von der Nachricht eines Atomschlags überrascht wird. Alle verfallen in Panik, nur der Jubilar wendet sich zu Gott und schwört ein Schweigegelübde. Einmal mehr besticht der Film durch seine poetische Filmsprache, die auch mit wenigen Worten auskommt.
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„Der Mann, der den Engel gesehen hat“ Kurze Zeit später jedoch erliegt Andrej Tarkowski im Alter von nur 54 Jahren in Paris seinem Krebsleiden. Sieben Spielfilme und vier Kurzfilme entstanden während dieser Zeit für die staatlichen Filmstudios „Mosfilm“.
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Immer noch üben seine monumentalen Arbeiten eine nachhaltige Faszination auf den Zuschauer aus. Seine letzte Ruhestätte fand Tarkowski auf dem „Russischen Friedhof“ in Paris. Die Inschrift auf seinem Grabstein könnte von ihm selbst stammen: „Der Mann, der den Engel gesehen hat“…
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