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| Buchcover Juri Poljakow, "Der HImmel der Gefallenen" | |
Mittwoch, 02.12.2009
Lesetipp für dunkle Tage: „Der Himmel der Gefallenen“
Hamburg. Der Schriftsteller Juri Poljakow publiziert nicht nur, um zu unterhalten. Sein Roman „Der Himmel der Gefallenen“ malt den Geschlechterkampf in der halbseidenen Szenerie des russischen Business der 90iger aus.
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Der in Deutschland noch recht unbekannte Juri Poljakow (englische Schreibweise Polyakov) gehört in Russland zu den beliebtesten Autoren der Gegenwartsliteratur. Seitdem er 2001 Chefredakteur der angesehenen „Literatur-Zeitung“ (Literaturnaja Gaseta) Russlands wurde, hat sich die Auflage verdreifacht.
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Seine Romane und Erzählungen werden zudem an Schulen besprochen. Viele Aufsätze und Forschungsarbeiten setzen sich literaturwissenschaftlich mit ihnen auseinander.
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Geschlechterkampf als wiederkehrendes Thema in Poljakows Romanen Poljakows „inneres Thema“ kreist stets um den Geschlechterkampf. Die Szenerie im "Himmel der Gefallenen" beschreibt eindringlich das halbseidene, halbkriminelle russische "Gschäft" der 90iger Jahre.
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Die Handlung des Romans spielt Ende des 20. Jahrhunderts, als sich in Russland ein rasanter Umgestaltungsprozess hin zu Privatisierung und Kapitalismus vollzieht. Protagonist ist ein für die Zeit typischer Geschäftsmann, ein russischer "Bisnesmän" der schnell erfolgreich wird und alles kaufen zu können meint.
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Protagonist im „Himmel der Gefallenen“ ist ein skrupelloser Unternehmer Pawel Nikolajewitsch gehört mit seiner florierenden Luftfahrtfirma augenscheinlich zu den Gewinnern des neu aufkommenden Wirtschaftssystems. So skrupellos er sich seinen Mitmenschen gegenüber verhält, so sehr ist er der unnahbaren Katerina verfallen.
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Er ist es gewohnt, in der eigenen Luxuslimosine chauffiert zu werden, muss jedoch ausnahmsweise auf den Zug umsteigen. Kompromisslos versucht er auch dort, seine Interessen durchzusetzen und beansprucht ein Abteil für sich und seinen Leibwächter allein.
Doch trotz Drohgebärden des muskulösen Leibwächers und Bestechung des Zugpersonals muss Nikolajewitsch das Abteil schließlich doch mit einem Mitreisenden teilen. Der Schriftsteller Skabitschewski lässt sich nicht vertreiben. Schließlich ist es der Leibwächter, der das Abteil verlässt.
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Vom erfolgreichen Geschäftsmann zum Gefangenen seiner Geliebten Nikolajewitsch findet in Skabitschewski einen einen Vertrauten, dem er in vielen meist spannend geschriebenen Rückblicken seine Lebensgeschichte erzählt und sogar bittet sie aufzuschreiben.
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Der Leser erfährt, wie der erfolgreiche Geschäftsmann, der alles kaufen zu können glaubt, sogar die Liebe, selbst zum Gefangenen und Verlierer wird.
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In Katerina findet er die perfekte Sekräterin und intelligente Schönheit an seiner Seite. Doch sie spielt von Beginn an mit seinen Gefühlen, ist ihm immer eine Spur voraus. Sie wird seine Geliebte, doch sie ist ein gerissenes Luder, zu allem bereit und zu allem fähig.
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Intriganz von Politik und Wirtschaft in einem Russland, das noch nicht lange her ist Nikolajewitsch ist ihr längst verfallen, während sie ihm immer wieder aufs Neue beweist, dass sie nur sich selbst gehört. Welche Absichten verfolgt sie? Nikolajewitsch muss es herausfinden, denn das Spiel, das sie beide spielen, wird gefährlich.
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Juri Poljakow zeigt dem Leser eine Welt auf, in der man wieder aufstehen muss, will man nicht gnadenlos dem Erdboden gleich gemacht werden. Schonungslos veranschaulicht er die Intriganz von Politik und Wirtschaft in einem Russland, das noch nicht so lange her ist.
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Die Geschichte eines Geschlechter-kampfes im „Himmel der Gefallenen“ ist erschütternd und spannend zugleich. Besonders, wenn Pawel Nikolajewitsch erkennt: „Die Firma kann den Geschäftsmann ruinieren, die Liebe kann ihn umbringen.“
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