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Soldaten vor einem Putin-Plakat (Foto: Schdanow/.rufo)
Soldaten vor einem Putin-Plakat (Foto: Schdanow/.rufo)
Dienstag, 07.10.2003

Nur Beresowski gratuliert zum Putin-Geburtstag

Von André Ballin, Moskau. Vor einem Jahr gab es in den Moskauer Zeitungen kein anderes Thema als den Geburtstag von Wladimir Putin. In diesem Jahr fand es einzig die „Nesawissimaja Gaseta“ des Exil-Oligarchen Boris Beresowski einen längeren Artikel wert, dass der russische Präsident Geburtstag hat. Was ist anders als im letzten Jahr? Ganz einfach, es ist kein runder Geburtstag. Putin wurde 51.

Im letzten Jahr druckte die Moskauer Tageszeitung „Iswestija“ auf der ersten Seite noch ein Loblied auf den Präsidenten ab. In diesem Jahr beherrscht die Nachbetrachtung der Wahlen in Tschetschenien die Titelseite.

Dass heißt nicht, dass die Berichterstattung nicht putinzentriert ist. Die Tradition des starken Mannes an der Spitze in Russland ist lang. Und wenn auch die Zuckerbäcker auf Intervention des Kremls ihren „Putin-Torten“ inzwischen andere Namen geben, so verbinden doch viele Menschen ihre Hoffnungen einzig mit dem Namen des starken Mannes an der politischen Führungsspitze. Ob der das nun will oder nicht.

Klaus-Helge Donath von der taz, der im letzten Jahr wegen eines Artikels über Personenkult in Russland verklagt wurde, sieht auch keine großartigen Veränderungen im Verhalten der Medien in den letzten Jahren: „Der Personenkult hält sich auf einem stetigen Level. Putin wird praktisch in jeder Lebenslage abgebildet“, kommentierte er im Gespräch mit russland-aktuell.

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• Sport statt TWS – “Eine große Schweinerei” (24.6.03)
• Klage gegen Moskauer taz-Korrespondenten abgewiesen (12.11.02)
Vor den Präsidentschaftswahlen dürfte die Präsenz von Putin auf den Bildschirmen und Titelseiten sogar noch einmal deutlich steigen. Seit der Umschaltung von NTW und der Abschaltung von TWS gibt es keinen Fernsehsender mehr, der den Kreml systhematisch kritisieren würde. In den Zeitungen ist Kritik an der Führung hingegen durchaus noch erlaubt. Doch auch hier ist Donath skeptisch: „Es gibt durchaus noch ein oder zwei Zeitungen, die sich den Luxus erlauben können. Die Frage ist nur, wie lange das noch anhält. Grundsätzlich ist es schlecht um die Pressefreiheit in Russland bestellt.“

Dabei ist die Frage, ob Putin es nötig hätte, die Medien zu kontrollieren. Laut Meinungsumfragen ist er unumstrittener Liebling der Nation. An seiner Wiederwahl im nächsten Frühjahr besteht kein Zweifel. Wenn dies allerdings ebenso geschieht wie bei den Wahlen in Tschetschenien dann sind ernste Zweifel über eine Demokratisierung Russlands angebracht.

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