Das Kinoplakat zum russischen Horrorfilm Phobos. (Foto: Art-Pictures Studio)
Montag, 05.04.2010
„Phobos“ – Deutscher Kinostart für russischen Horrorfilm
Nürnberg. Die besinnliche Osterzeit geht vorbei, es weht bald wieder ein anderer Wind. Der russische Psycho-Horror-Thriller „Phobos“ feiert seine deutsche Kino-Premiere. Ein rasanter Film, produziert von Fjodor Bondartschuk.
Herzrasen, ein Ausflug in die dunkelsten Ecken der menschlichen Seele. Ein Exkurs in die ureigensten Ängste und Spannung bis zum bitteren Ende. All das hat Regisseur Oleg Asadulin in sein neuestes cineastisches Spektakel „Phobos“ verpackt. Der Thriller spart nichts aus. Nervenkitzel garantiert!
Eigentlich eine simple, klassische Handlung.
Eine Gruppe junger Leute plant einen exklusiven Abend in einem gerade eröffneten Club. Der „Phobos-Club“, neu eingerichtet in einem ehemaligen Bunker, verspricht die ambivalente Location für eine gelungene Partystimmung zu werden. Der Abend scheint prima zu verlaufen, bis – ja bis sich die Türen schließen und die Verbindung zur Außenwelt abgeschnitten ist.
Ab da gerät die anfangs so fröhlich gedachte Fete aus dem Ruder. Die Feierlaune weicht der Angst. Die Angst vor was? Ist es am Ende nur die Angst vor uns selbst, die uns in diese Finsternisse treibt? Die Macher lassen es offen. Spektakulär trudeln die Protagonisten in ihre ureigensten Abgründe und kämpfen mit ihren eigenen Dämonen.
Die Wahrung der Familientradition
Diese mitreißende Produktion schafft es, einen Spannungsbogen zu erzeugen, der bis zum Ende des Films anhält. Nicht zuletzt durch die meisterliche Hintergrundarbeit von Fjodor Bondartschuk wird ein Spiegelbild der menschlichen Nöte skizziert, das seinesgleichen sucht.
Eigentlich hat er nichts anderes gemacht, als eine alte Familientradition aufrecht zu erhalten. Die Auseinandersetzung mit dem (eigenen) Krieg, bzw. den Schattenseiten des eigenen Lebens.
Ein Genre, das die Bondartschuks offenbar verfolgt. Bereits Vater Sergej begann sich in den 60er Jahren diesem Thema anzunehmen. Sein epochales gut achtstündiges Werk von 1965, „Krieg und Frieden“ nach dem Roman von Lew Tolstoi, zählt noch heute zu den Filmklassikern der Kinogeschichte. 1970 drehte er die italienisch-russische Gemeinschaftsproduktion „Waterloo“.
Moderne Zeiten, neue Kriege…
Sein Sohn Fjodor greift diese Tradition genial auf. Jedoch - die Zeiten und die Kriege haben sich geändert. Waren es vorher die klassischen Schlachten unter den Menschen, greift Fjodor Bondartschuk die zeitgenössischen Konflikte auf. Mit „Die neunte Kompanie“ thematisierte er 2005, nicht zu aller Wohlwollen, den sowjetischen Afghanistan-Krieg.
Nicht die heroische Seite des Kräftemessens unter den Völkern visualisiert Bondartachuk. Nein, es sind die Auseinandersetzungen mit uns selbst. Wobei wir wieder bei dem Osterthema wären, der Glaube vermag uns Halt zu geben. Nur glauben wir an uns selbst?
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