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| Musik in einer historischen Aufführung ist neu für Russland - zumindest als Festival | |
Dienstag, 15.09.2009
Deutsch-russisches Festival: Händel, Haydn und Wolga
Nischni Nowogorod/Moskau. Wie klang die Musik von Haydn oder Händel vor 250-300 Jahren, als sie gerade komponiert wurde? Einen Einblick gibt das neue deutsch-russische Musikfestival Baroque&Classic in Nischni Nowgorod.
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Wer heute ins Konzert geht, um Bach, Mozart oder Händel zu hören, lernt ihre Werke in der Spielart, die sich erst in der Romantik ausbildete, kennen. Es sei denn, es handelt sich um ein Konzert der alten Musik. So genannte „historische Aufführungen“ finden in den letzten Jahren immer mehr Fans sowohl in Westeuropa als auch in Russland.
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Neuheit in Russland: Festival für alte Musik Nischni Nowgorod ist die erste Stadt in Russland, wo der alten Musik ein ganzes Festival gewidmet wird. Das Festival geht auf eine gemeinsame Initiative des deutschen Violinisten und Dirigenten Christoph Mayer und des einheimischen Ensemble „Nizhny Novgorod Soloists” zurück.
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Das Festival namens „Baroque & Classic” findet vom 17. bis zum 21. September im Staatlichen Michail-Glinka-Konservatorium statt.
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| Logo des Festivals Barock und Klassik | |
Violine aus Deutschland, Solisten aus Nischni Das Thema des ersten Festivals von „Baroque & Classic” lautet „Händel und Haydn”. Damit wird in der Wolgastadt das 250. und das 200. Todesjahr der beiden Komponisten begangen. Auf dem Programm stehen aber auch Werke von Mozart, Pleyel, Frescobaldi, Pachelbel und Bach – alle in der Spielweise ihrer jeweiligen Epoche.
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„Es gibt ein Solorezital, einen Streichquartettabend, ein Kammermusikkonzert mit Solo-Sopran, Streichern und Orgel und ein Sinfonie-Konzert”, sagte Christoph Mayer Russland-Aktuell.
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Im Orgel-Rezital soliert Andrej Kolomijzew. Der Musiker hat in Lübeck und Stuttgart Orgel und historische Tasteninstrumente studiert und war Finalist und Preisträger internationaler Orgelwettbewerbe. Heute unterrichtet er die historische Aufführungspraxis in Sankt Petersburg.
Weitere Gäste sind das Streichquartett „The Favourite Time Quartet” aus Nischni Nowgorod und die Sopranistin Natalia Kirillova von der Oper in Perm. Christoph Mayer spielt bei einem der Konzerte Violine und dirigiert den Auftritt der Nizhny Novgorod Soloists - des bekanntesten Musikensemble von Nischni Nowogorod.
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Konzertreihe als Grundstein des Festivals Das Thema historische Aufführung ist für Nischni Nowgorod nicht neu. Seit 2004 leitet Christoph Mayer hier zusammen mit den Nischegoroder Solisten das Projekt „Historische Aufführungspraxis”. Die Konzerte finden einmal im Halbjahr im Glinka-Konservatorium von Nischni Nowgorod und in der Stadt Dserschinsk statt.
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| Christoph Mayer ist einer der Initiatoren des deutsch-russischen Musikfestivals | |
Das Projekt sei längst keine Nischenveranstaltung mehr, betont Mayer. Neben dem Stammpublikum des Orchesters „Nizhny Novgorod Soloists”, Fans der historischen Auffuhrungspraxis, sind auch normale Konzertbesucher, die einfach gern ins Konservatorium gehen, im Saal.
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Trotz des neuen Festivals beabsichtigt der Dirigent nicht, die Auftritte der „Historischen Aufführungspraxis” aufzugeben. Jeweils im Frühjahr will er die Konzerte geben.
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Unregelmäßig finanziert „Wenn das Festival vom Publikum angenommen wird und wir es wirtschaftlich verantworten können, planen wir einen ein- oder zweijährigen Zyklus”, sagt Christoph Mayer.
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Im Moment wird das Projekt nach seinen Worten unregelmäßig mit kleinen Summen vom Goethe-Institut Moskau und von der Robert-Bosch-Stiftung unterstützt. Für den organisatorischen Aufwand bekommen die Beteiligten dabei kein Honorar.
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„Wir würden uns sehr freuen, wenn wir eine längerfristige planbare und regelmäßige Unterstützung bekämen” resümiert der Dirigent. Er selbst nimmt sowohl am Projekt „Historische Aufführungspraxis” als auch am neuen Festival „Baroque & Classic” ehrenamtlich teil.
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Am Abschlusstag eine Meisterklasse für Studenten Für ihn sei es eine Art moralische Verpflichtung, sich in Nischni Nowgorod mehr zu engagieren, weil er seit 2006 Ehrenprofessor des Glinka-Konservatoriums ist, meint Mayer. Mehrmals im Jahr kommt er daher an die Wolga, um historische Aufführungspraxis zu unterrichten.
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Mit dem neu gegründeten Festival bekommen auch seine Studenten eine zusätzliche Möglichkeit, zu üben. Im Rahmen der Veranstaltung gibt der deutsche Gastprofessor für sie eine Meisterklasse. Die Besten dürfen danach im Abschlusskonzert des Festivals am 21. September spielen.
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