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| Anna Politkowskaja war wegen ihrer Berichte über Kriegsgräuel in Tschetschenien bekannt. Sie schrieb für die "Nowaja Gaseta", die u.a. von Gorbatschow herausgegegen wird. (Foto: Archiv) | |
Montag, 17.11.2008
Aktualisiert 17.11.2008 19:57
Kadyrow soll im Politkowskaja-Prozess vernommen werden
Moskau. Der Mordprozess im Fall der Journalistin Anna Politkowskaja soll öffentlich verlaufen, beschloss heute ein Moskauer Militärgericht. Politkowskajas Anwälte wollen Ramsan Kadyrow als Zeugen vernehmen lassen.
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Es gehe bei dem jetzigen Prozeß natürlich darum, die Schuld der Angeklagten festzustellen, sagte nach der Verhandlung Karina Moskalenko, die Anwältin der Ermordeten. Die Angehörigen und Kollegen würden aber nicht Ruhe geben, bevor nicht die Hintermänner, Geldgeber und Organisatoren ermittelt und bestraft seien.
Kadyrow muss als Zeuge vernommen werden Es sei darum auch notwendig, den jetzigen Tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow als Zeugen vorladen zu lassen. Kadyrows Name komme in den Akten zwar oft vor. Er sei aber bisher nicht als Zeuge vernommen worden, sagte die Anwältin.
Gleich nach dem Mord an Anna Politkowskaja war Kadyrow als einer der Drahtzieher verdächtigt worden. Politkowskaja hatte Ramsan Kadyrow immer hart kritisiert. Die jetzt angeklagten Tschetschenen gehören allerdings nicht zu dessen Umfeld.
Ausschluss der Öffentlichkeit fördert Vertuschungsversuche Sowohl die Angeklagten wie auch die Anwälte der ermordeten Journalistin hatten von Anfang an eine öffentliche Verhandlung verlangt. Die Staatsanwaltschaft wollte dagegen Ausschluss der Öffentlichkeit und begründete das am vergangenen Samstag damit, dass im Laufe der Verhandlungen geheime Informationen zur Sprache kommen könnten.
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Angehörige und Kollegen Politkowskajas befürchteten, dass in einem nichtöffentlichen Prozess die Hintergründe des aufsehenerrenden Mordes vertuscht werden könnten.
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Das Militärgericht des Moskauer Militärbezirks lehnte am Montagmittag die Argumentation der Staatsanwaltschaft ab.
Auf Wunsch der Angeklagten soll der Prozess weiter vor einem Geschworenengericht verhandelt werden. Am Dienstag soll die Prozessvorbereitung mit der Auswahl der Geschworenen weitergehen.
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Anna Politkowskaja war am 7.Oktober 2006 vor ihrer Wohnung in Moskau erschossen worden. Als Todesschütze verdächtig ist der Tschetschene Rustam Machmudow, nach dem bis heute gefahndet wird.
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Wegen Beihilfe zum Mord sind jetzt in Moskau zwei Vettern des Tschetschenen und ein ehemaliger Milizoffizier angeklagt. Ein weiterer ehemaliger FSB-Offizier steht vor Gericht, weil er die Adresse der Journalistin zur Verfügung gestellt haben soll.
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