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Montag, 18.12.2006
Bürgermeister als Todesfahrer kommt ungeschoren davon
Moskau. Ende August raste der damalige Bürgermeister der Stadt Pjatigorsk, Igor Tarassow, mit überhöhter Geschwindigkeit auf der Gegenfahrbahn in einen Lada. Bei dem Unfall kamen alle Passgiere dieses Fahrzeugs um - auch weil Tarassow Fahrerflucht beging. Nun begann der Prozess gegen ihn - und wurde sofort eingestellt.
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Damit folgte das Gericht einem Antrag der Hinterbliebenen. Die drei Angehörigen der insgesamt fünf Opfer erhielten je eine Million Rubel (30.000 Euro) Entschädigung von dem Beamten und erklärten daraufhin, dass sie Tarassow für einen "ehrenwerten Mann" hielten, der "ihnen von Anfang an moralische Unterstützung und materielle Hilfe geleistet" habe.
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Am 23. August war Tarassow auf der Straße nach Stawropol mit 110 - 130 km/h statt der vorgeschriebenen 70 km/h gefahren. Dabei kam er auf die Gegenfahrbahn und rammte einen Lada. Drei Passagiere waren sofort tot, zwei schwer verletzt.
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"Obwohl er sah, dass Gurkow und Gruntowski (die beiden verletzten Opfer) keine Möglichkeit hatten sich selbst zu retten, weil sie infolge ihrer Verletzungen hilflos waren, ließ sie Tarassow in diesem lebensgefährlichen Zustand allein und entfernte sich vom Unfallort", heißt es in einer noch vor dem Prozess verbreiteten Presse-Erklärung der Staatsanwaltschaft.
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In der Presse-Erklärung steht allerdings nicht, dass Rechtssicherheitsorgane versuchten, zu vertuschen, dass Tarassow an dem Unfall beteiligt war. Als später die Tatbeteiligung Tarassows deutlich wurde, legte er sein Bürgermeisteramt freiwillig nieder, wurde aber nicht festgenommen, sondern durfte lediglich die Stadt Pjatigorsk nicht verlassen. Nach dem Ende des Prozesses kann er sich wieder frei bewegen. Tarassow gilt als enger Freund von Tschetscheniens Premier Ramsan Kadyrow, arbeitete früher als dessen Berater.
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(ab/.rufo)
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