NATO-Russland-Rat: Putins Geheimrede und Dissonanzen
Bukarest. Präsident Wladimir Putin hat gesprochen. Gehört haben es allerdings nur die wenigsten. Journalisten waren beim Auftritt des russischen Präsidenten vor der NATO ausgeschlossen. Klar ist, es gibt weiter Uneinigkeit.
Offensichtlich gewarnt vom forschen Ton des Kremlchefs in München wollte die NATO sich diesmal zumindest nicht öffentlich auf einen verbalen Schlagabtausch mit Moskau einlassen. Putins Auftritt fand daher hinter verschlossenen Türen statt.
Die wichtigsten Punkte der Putin-Rede flüsterten die Beamten der Kreml-Administration den angereisten Journalisten dennoch zu. So wurde bekannt, dass Putin - im Ton zurückhaltend - die Politik der NATO kritisierte.
Man soll die Lage nicht dramatisieren, aber die Erweiterung der NATO sei für Russlands Sicherheit destabilisierend, warnte Putin. Zugleich kündigte er adäquate Gegenmaßnahmen an, ohne im Detail darauf einzugehen.
Kritik gab es zudem am Raketenschild und an der einseitigen Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo.
Auf einer anschließenden Pressekonferenz zeigte sich Putin zufrieden mit dem Zustandekommen einer Diskussion. Reale Fortschritte seien aber auch von der Kompromissbereitschaft der NATO abhängig, mahnte er an.
Auf der anderen Seite räumte NATO-Generalsekretär Jan de Hoop Scheffer ein, dass es keinen Durchbruch in den Verhandlungen gegeben habe. Mit anderen Worten, Dissonanzen im Ost-West-Verhältnis bleiben bestehen.
Hauptsache, man lässt sich die Laune nicht verderben.Dann lässt es sich auch im hintersten russischen Dorf noch recht gut leben.( Topfoto: Mrozek/.rufo)