Nowosibirsk. Mit einem mittelschweren Skandal endete in Nowosibirsk der Prozess gegen fünf Neonazis, die einen Tadschiken zu Tode geprügelt hatten. Nur einer muss ins Gefängnis, vier Skinheads kamen mit Bewährungsstrafen davon.
Die Gruppe Skinheads hatte im Oktober 2008 den Tadschiken Abdulatip Tursunow auf offener Straße überfallen und zusammengeschlagen.
Verurteilt wurde aber nur ein 20Jähriger. Nach Angaben des Gerichts hat er im Oktober 2008 die Schlägerei mit dem Tadschiken begonnen und auch als erster das Messer gezückt.
Das Opfer starb nach insgesamt 29 schweren Stichverletzungen im Krankenhaus. Der Haupttäter muss nun 13 Jahre ins Gefängnis. Seine Mittäter, die zum Tatzeitpunkt noch nicht volljährig waren, bekamen sieben Monate bis ein Jahr auf Bewährung.
Es ist nicht der erste Fall, in dem ein Gericht in Nowosibirsk so milde Urteile gegen Neonazis ausspricht. Im vergangenen Sommer endete ein Mordprozess gegen vier Skinheads mit drei Freisprüchen, obwohl die Tat von den Beteiligten selbst mit dem Handy gefilmt worden war.
Hauptsache, man lässt sich die Laune nicht verderben.Dann lässt es sich auch im hintersten russischen Dorf noch recht gut leben.( Topfoto: Mrozek/.rufo)