|
Dienstag, 01.12.2009
Rentnerin schoss aus Rache mit Signalpistole auf Arzt
Krasnojarsk. Drei Jahre auf Bewährung lautet das für russische Verhältnisse milde Urteil für einen Mordversuch an einem Arzt. Eine 69 Jahre alte Rentnerin hatte mit einer Signalpistole auf ihn gefeuert, weil sie ihn für schuldig am Tod ihrer Schwester hält.
|
|
Im April war die Rentnerin in das Sprechzimmer des Chef-Urologen der Zentralen Gebietsklinik von Krasnojarsk gekommen - und schoss aus zwei Meter Entfernung mit einer Signalpistole auf den Arzt. Der erlitt Verbrennungen im Gesicht und am Hals sowie eine Schlüsselbeinbruch.
|
Bevor die Täterin noch eine zweite Patrone in die Waffe setzen konnte, wurde sie von einer herbei geeilten Krankenschwester überwältigt. Die Tatwaffe hatte die alte Dame bei sich in einem Wandschrank liegen gehabt – sie stammte noch aus der Zeit, als sie als Vermessungstechnikerin gearbeitet hatte.
Das Motiv für den Feuerüberfall auf den Arzt war Rache für den Tod ihrer Schwester, erklärte die Angeklagte. Diese war 2005 mit Unterleibsschmerzen und Fieber zu diesem Doktor gegangen, der sie aber wieder nach Hause schickte. Zwei Tage später wurde eine Blinddarm-Notoperation nötig.
|
Nach einigen weiteren nötigen Operationen brach bei der Frau dann Krebs aus, woran sie Ende 2008 starb.
|
Das Urteil fiel vergleichsweise milde aus, da das Gericht das Schuldeingeständnis der Angeklagten, deren Alter und ihren Gesundheitszustand berücksichtigte.
|
Außerdem hatte in dem Prozess der betroffene Arzt seinen Behandlungsfehler eingestanden und auf Schmerzensgeld und Schadenersatz verzichtet, was ebenfalls bei der Urteilsfindung berücksichtigt wurde.
|
|
|
Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.
Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare
Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>