Moskau. Die Bitte der Außenminister von Polen und Schweden, die taktischen Atomwaffen von den Grenzen zu den EU-Staaten abzuziehen, stößt in Russland auf Ablehnung und Unverständnis. Sie sei unlogisch, heißt es in Moskau.
Die Außenminister von Polen und Schweden, Radoslaw Sikorski und Carl Bildt, haben am Dienstag Russland dazu aufgefordert, seine Atomraketen von den unmittelbaren Grenzen zu den Staaten der Europäischen Union abzuziehen. Besonders im Kaliningrader Gebiet und auf der Halbinsel Kola dürfte es keine derartigen Waffen mehr geben.
Die Antwort aus Moskau kam schnell und sie ist kategorisch. Konstantin Kossatschow sagte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Duma-Ausschusses für internationale Angelegenheiten: „Ich halte diese Initiative für unlogisch!“
Russland sei immer für eine „einheitliche und unteilbare europäische wie globale Sicherheit“ eingetreten, sagte er am Dienstag gegenüber Interfax. Das sei auch der Kern von Dmitri Medwedews Initiative zu einem internationalen Sicherheitsvertrag für Europa.
„Bisher haben weder Polen noch Schweden klar und deutlich auf diese Initiative reagiert“, argumentiert Kossatschow. Außerdem habe gerade Polen bis vor kurzem mit allen Mitteln versucht, die Stationierung eines amerikanischen Raketenschilds durchzusetzen.
Und jetzt sollen 100 Kilometer von Kaliningrad entfernt Patriot-Abwehrraketen aufgestellt werden. Schweden wiederum hätte sich lediglich auf seine Neutralität berufen und zu dieser Frage geschwiegen:
„Mein Fazit lautet: Natürlich hat die neue Initiative der Außenminister von Schweden und Polen ihre Lebensberechtigung, aber sie hat keine Aussicht auf Umsetzung, solange die Sicherheit in Europa nicht kollektiv, einheitlich und unteilbar wird.“
Hauptsache, man lässt sich die Laune nicht verderben.Dann lässt es sich auch im hintersten russischen Dorf noch recht gut leben.( Topfoto: Mrozek/.rufo)