|
Donnerstag, 06.05.2010
Tanker-Überfall: Beweissicherung an Bord läuft
Moskau. Nach der Befreiung des russischen Öltankers „Moscow University“ aus der Hand von Piraten hat die kriminalistische Aufarbeitung des Falles begonnen. An Bord des Schiffes arbeitet ein Ermittler der Militär-Staatsanwaltschaft, der für derartige Fälle auf das russische Kriegsschiff abkommandiert war.
|
|
Wie ein Sprecher der russischen Ermittlungsbehörde mitteilte, wurden mit den Festgenommenen bereits „eine Reihe von Ermittlungsarbeiten“ vorgenommen. Auch geht es um die Beweissicherung an Bord des gestern von somalischen Piraten überfallenen Schiffes.
|
Sobald diese abgeschlossen ist, kann das Schiff seine Fahrt nach China fortsetzen, teilte die Reederei mit. Möglicherweise wird aber die Crew alsbald ausgetauscht.
|
Nach Abschluss dieser Arbeiten werde auch erst über das weitere Schicksal der zehn überwältigten Piraten entschieden, so das russische Außenministerium. Ihre Überstellung nach Moskau sei bislang nicht beschlossen.
|
Aus dem russischen Verteidigungsministerium verlautete, dass von der zu Hilfe eilenden „Marschal Schaposchnikow“ bereits um 1 Uhr nachts ein Hubschrauber aufgestiegen sei, um die Position des Tankers zu bestätigen. Der Helikopter sei jedoch von den Piraten unter Feuer genommen worden. Daraufhin habe der Hubschrauber selbst auf die Decksaufbauten des Tankers geschossen.
|
Um 2.30 Uhr war dann auch das Kriegsschiff bis auf 1,5 Kilometer an den Tanker herangekommen und feuerte zahlreiche Warnschüsse ab. In dieser Zeit sei es auch auf nicht näher erläuterte Weise gelungen, mit der Tanker-Crew Kontakt aufzunehmen, die sich im Innern des Schiffes verschanzt und dessen Antrieb und Stromversorgung lahm gelegt hatte.
|
Um 5 Uhr hätten die Piraten schließlich über Funk erklärt, dass sie sich ergeben wollen. Als dann eine Spezialeinheit der Marine-Infanterie um 5.20 Uhr den Tanker stürmte, sei dennoch bewaffneter Widerstand geleistet worden. Um 6 Uhr war das Schiff komplett unter Kontrolle der Marine und die Besatzung befreit, berichtete Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow.
|
Präsident Dmitri Medwedew kündigte an, dass die an der Befreiungsaktion beteiligten Soldaten mit Orden ausgezeichnet werden. Sie hätten „exakt, professionell und schnell“ gearbeitet.
|
|
|
Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.
Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare
Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>