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| 50 Kilometer bis zur nächsten Feuerwache: Das Altersheim von Kamyschewatskaja. (Foto: newsru.com) | |
Dienstag, 20.03.2007
Altersheim-Brand: Zwei Drittel der Bewohner tot
Krasnodar. Bei einem nächtlichen Großbrand in einem Altersheim am Asowschen Meer sind 61 der 97 Bewohner ums Leben gekommen. Die Feuerwehr wurde verspätet alarmiert – und als sie eintraf, brannte schon das Erdgeschoss.
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Neben 61 alten Leuten kam auch eine Krankenschwester ums Leben. 34 Heimbewohner wurden ins Krankenhaus des Dorfes Kamyschewatskaja eingeliefert. Lebensgefahr besteht bei niemanden von ihnen, auch hätten nur wenige Unglücksopfer Verbrennungen erlitten.
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Nächste Feuerwache war 50 Kilometer entfernt
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Was nach Mitternacht den Brand auslöste, ist noch ungeklärt. Die Feuerwehr nannten aber bereits drei Ursachen, warum der Brand so verheerende Folgen entwickelte: Die Feuerwehr sei verspätet alarmiert worden, das Personal habe sich falsch verhalten und die unzulässig weite Entfernung zur nächsten Feuerwehrwache.
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Es dauert 54 Minuten, bis die Löschtruppe aus der Kleinstadt Eisk die knapp 50 Kilometer bis zum Brandort zurückgelegt hatte. Zu diesem Zeitpunkt stand schon das ganze Erdgeschoss des zweistöckigen Gebäudes in Flammen.
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Nachtwächter nahm Feuermelder nicht ernst
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Schlimmeres hätte allerdings auch verhindert werden können, wenn der Nachtwächter des Heimes gleich mit dem richtigen Ernst auf das Anschlagen der noch nicht vollständig montierten Feuermelder im Gebäude reagiert hätte. Der Wächter befand sich selbst außerhalb des Gebäudes und konnte bei den ersten beiden Feueralarmen von außen keine Brandanzeichen entdecken. Erst beim dritten Alarm erkannte er die Lage und alarmierte die Feuerwehr.
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Nur vier Pflegekräfte für 100 alte Leute
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Darüberhinaus hätten sich in dem Heim in der Nacht nur drei Pflegerinnen und eine Krankenschwester aufgehalten. Sie fanden nach Brandausbruch jedoch die Schlüssel für die Notausgänge nicht. Auch sei das Personal aufgrund seiner geringen Zahl nicht in der Lage gewesen, eine Evakuierung zu organisieren.
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Feuerinspektion hatte Mängel im Heim beanstandet
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Das Altersheim war im Dezember 2006 von der Feuerwehr überprüft worden, die dabei einige Verstöße gegen die Brandschutzvorschriften feststellte und mit Bußgeldern ahndete. So sei das Brandmeldersystem nur teilweise montiert gewesen, die Zahl der Feuerlöscher sei nicht ausreichend gewesen und das Personal habe nicht über die vorgeschriebenen Atemschutzmasken verfügt.
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Zudem hätte die Heimleitung gegenwärtig grundlegende Reparaturarbeiten an dem Heim vorgenommen, ohne dabei die Bewohner auszuquartieren, wie es eigentlich vorgeschrieben sei, bemängelte der Krasnodarer Katastrophenschutz, dem die Feuerwer untersteht.
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Schwerste Brandkatastrophe in einem Heim seit zehn Jahren
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Erst Anfang Dezember waren bei einem Feuer in einer Moskauer Drogenentzugsklinik 46 Patienten ums Leben gekommen. Eine Woche später starben bei einem Brand in einer sibirischen psychiatrischen Klinik neun Insassen.
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So viele Tote wie jetzt in Südrussland hat es aber in den letzten zehn Jahren bei den häufigen Bränden in russischen Heimen oder Krankenhäusern noch nie gegeben.
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Präsident Wladimir Putin beauftragte die Regierung am Dienstag, die Ursachenermittlung der letzten drei Katastrophen – des Flugzeugunglücks in Samara vom Samstag, dem Bergwerksunglück in Kemerowo vom Montag und des Großfeuers vom Dienstag – „auf höchster Ebene“ zu betreiben. Das Kabinett begann seine Sitzung mit einer Schweigeminute. (ld/rufo/St.Petersburg)
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