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Nicht Brot und Salz, sondern nackte Brüste gab es für Russlands Kirchenoberhaupt Kyrill (2. v.r.) auf dem Kiewer Flughafen (Foto: femen.facebook.com)
Nicht Brot und Salz, sondern nackte Brüste gab es für Russlands Kirchenoberhaupt Kyrill (2. v.r.) auf dem Kiewer Flughafen (Foto: femen.facebook.com)
Donnerstag, 26.07.2012

Barbusige Femen-„Terroristin“ attackiert Patriarch Kyrill

Kiew. Der Besuch von Patriarch Kyrill I. in der Ukraine begann noch auf dem Flugfeld mit einer Konfrontation mit der ukrainischen Protestkultur: Eine halbnackte Aktivistin der Frauen-Bewegung Femen sprang das Kirchenoberhaupt an.

Laut der Femen-Facebook-Seite wollte die „Topless-Terroristin“ Jana Schdanowa sich mit ihren Fingernägeln in den „vom Fasten und Gebeten ausgemergelten Leib“ des russischen Kirchenführers verkrallen.

Dazu kam es jedoch nicht. Sicherheitsleute fingen die mit entblößtem Oberkörper und dem Ruf „Hau ab!“ angreifende Blondine zwei Schritte vor dem Patriarchen ab und schleppten sie davon.

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• Pussy Riot: Prozess öffentlich, aber erst nächste Woche (23.07.2012)
• Patriarch Kyrill: ohne Kirche geht Russland zugrunde (28.06.2012)
• Femen: Barbusiger Protest auf Kiewer Kirchturm (10.04.2012)
• Peinliches „Uhrenwunder“ am Arm des Patriarchen (05.04.2012)
• FEMEN: Einzelheiten aus der „KGB-Gefangenschaft“ (22.12.2011)

"Kill Kirill" - ist ja nur moralisch gemeint


Auf ihrem Rücken trug Schdanowa die Aufschrift „Kill Kirill“. Nach der in deftiger Wortwahl verfassten Darstellung der Organisation sollte die Aktion ein Aufruf zur „moralischen Vernichtung“ des russisch-orthodoxen Kirchenoberhauptes und seiner „putinschen Legion“ sein.

Kyrill I. wird in dem Kommunique auch für die Verfolgung von „Anti-Putin-Aktivistinnen“ verantwortlich gemacht – gemeint sind die drei Mitglieder der Punk-Gruppe „Pussy Riot“, die nach ihrem eigenmächtigen Auftritt in der Moskauer Christ-Erlöserkathedrale vom Februar in U-Haft genommen wurde jetzt vor Gericht stehen.

Die für ihre drastischen Oben-ohne-Proteste weit über die Grenzen der Ukraine bekannt gewordene Frauengruppe Femen wirft Kyrill zudem vor, die Ukraine in ein „euroasiatisches Kanaan“ hineinziehen zu wollen, was für das Land Zerfall und Bürgerkrieg bedeuten würde.

Kirche bedauert Sittenverfall in der Ukraine


Kirill zeigte sich von der Attacke nicht weiter beeindruckt und hielt kurz darauf am gleichen Ort eine kurze Ansprache zu Beginn seines dreitägigen Besuches in der Ukraine.

Ein Kirchensprecher sprach anschließend von einem bedauerlichen Zwischenfall, der die Ukraine-Reise des Patriarchen nicht überschatte. Das Geschehen zeuge aber von der „äußerst tiefen geistigen Krise in gewissen Kreisen der Gesellschaft“.

Die Femen-Aktivistin hatte sich nach Medienberichten als Korrespondentin einer Charkower Zeitung zur Begrüßung des Patriarchen Zugang auf das Flugfeld verschafft.

Kirchenspaltung hoch drei in der Ukraine


Der dem Moskauer Patriarchat unterstehenden russisch-orthodoxen Kirche in der Ukraine wird immer wieder vorgeworfen, ein verlängerter Arm des Kremls im Land zu sein. Ihr gehören etwa zwei Drittel der orthodoxen Gemeinden im Land an.

Seit der Unabhängigkeit der Ukraine gibt es auch zwei weitere orthodoxe Kirchen im Land, die sich von der Moskauer geistlichen Führung losgesagt haben.



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Stoll 30.07.2012 - 13:23

Russland Polizeistaat mit gelenkter Justiz

Ein Schauprozess wie zu Stalins Zeiten hat heute in Moskau begonnen. Die Live-Übertragung ins Internet soll wohl der Gag des Jahrhunderts werden, denn sonst gibt es das nicht in Russland. Putins Wunsch nach einer mehrjährigen Haftstrafe wird wohl nicht so einfach abgetan werden können. Mörder, Terroristen und Vergewaltiger werden sonst so behandelt wie diese jungen Künstlerinnen. Deshalb ist die weltweite Unterstützung für Pussy Riot auch ein Fingerzeig für das Unterdrückerregime Putins. Dem scheint nun alles egal, nach dem Motto : Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sichs gänzlich ungeniert.


xy 29.07.2012 - 16:41

erfunden

jetzt kann ich mir vorstellen, wie es dazu kam, das die Westkirche im Mittelalter die Hexeverfolgung erfunden hat.


Cello 29.07.2012 - 06:41

Wie dem auch immer sei


Solche Aktionen erhalten von mir (konfessionslos) keinen Beifall oder Unterstuetzung. Obwohl sich die Femenaktivisten teils ganz originelle Protetste (z.B. Sextourismus) einfallen lassen und ausfuehren, ist dieser Angriff moralisch eher zu hinterfragen. Im weiteren sehe ich darin zusaetzlich das Werk einer Trittbrettfahrerin.
Bei aller moeglichen Doppelmoraligkeit dieses Patriarchen Kyrill, steht jedoch eine Religion im Vordergrund, welche dieser seinen Glaeubigen gegenueber vertritt und zu vertreten hat und somit das Recht auf Respekt und Anerkennung verdient.


Cello 29.07.2012 - 06:20

Beneiden oder auch nicht

@Paulsen-Consult

Ist natuerlich von der Aesthetik abhaengig, denn wen die „Bobbies“ wie zwei Veloschlauche am Koerper herunterhaengen, waere ich einem solchen Angriff eher abgetan!


Paulsen-Consult 28.07.2012 - 19:30

Mann, hat der Kerl ein Glück,

das hat er gar nicht verdient.
Verdammt, warum passiert mir sowas nie?


Stoll 26.07.2012 - 15:14

Immer feste drauf. Hunderte nackte Frauen hätten diesen Patriarchen mit Doppelmoral empfangen müssen. Da diese Leute eh nur von Ja-Sagern umgeben sind, zwecks Kariere, glauben sie auch noch an den Mist den sie von sich geben. Da ist es dann doch angebracht, dass sich Andersdenkende diesen Oberschlauen mal entgegen stellen.


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