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vor einem Jahr starb in London der russische Ex-Agent Alexander Litwinenko an einer schweren Vergiftung. (foto: archiv)
vor einem Jahr starb in London der russische Ex-Agent Alexander Litwinenko an einer schweren Vergiftung. (foto: archiv)
Montag, 26.11.2007

BBC entlastet Lugowoi: „Er wurde ausgenutzt“

London. Der britische Fernsehsender BBC Two hat im Mordfall Litwinenko den mutmaßlichen Täter Andrej Lugowoi in Schutz genommen. Er könne Litwinenko das Polonium verabreicht haben, ohne zu wissen, dass es tödlich ist.

Gegen den ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter und heutigen Geschäftsmann Lugowoj besteht ein britischer Haftbefehl wegen Mordverdachts. Russland verweigerte aber unter Verweis auf die Verfassung die Auslieferung seines Staatsbürgers.

Bei Russland-Aktuell
• Lugowoi will auf LDPR-Liste in die nächste Duma (17.09.2007)
• Polonium-Spuren im Litwinenko-Fall führen in Stripclub (17.08.2007)
• Russische Diplomaten haben London verlassen (27.07.2007)
• Litwinenko, das Grundgesetz und die doppelte Moral (24.07.2007)
• London will keinen Lugowoi-Prozess in Russland (10.07.2007)
Alexander Wenediktow, der in der Sendung interviewte Chefredakteur des kritischen Radiosenders „Echo Moskaus“ erklärte in der am Sonntag ausgestrahlten Reportage, dass Lugowoi bei seinem ersten Interview zu dem Fall den Eindruck eines Menschen erweckt habe, der die Lage nicht überblickte, in die er geraten war. Außerdem sei Lugowoi zu Beginn des Skandals freiwillig in die britische Botschaft gegangen, um zur Aufklärung beizutragen.

"Agenten müssen nicht immer wissen, was sie tun"


Der KGB-Veteran und Duma-Abgeordnete Alexander Kondaurow erklärte, dass es bei Geheimdiensten durchaus üblich sei, Agenten nicht die ganze Wahrheit über ihre Aufträge zu sagen. Er wäre ähnlich vorgegangen, wenn er eine solche Operation hätte durchführen sollen.

Lugowoi könnte der Meinung gewesen sein, dass jenes Mittel, dass den Indizien zufolge vermutlich er vor einem Jahr Litwinenko in einem Londoner Restaurant in den Tee schüttete, eine „Wahrheitsdroge“ oder ein Psychopharmaka sei, so die Aussage der Reportage. Dies könnte auch erklären, warum Lugowoi – offenbar durch nicht sachgemäßen Umgang mit dem Gift – auch sich und seine Familie damit belastete.

Lugowoi: "Ich hatte einfach kein Motiv für eine Mord"


Auch Lugowoi kam in dem britischen Fernsehbeitrag unter dem Titel „Der meistgesuchte Mann Großbritanniens“ zu Wort. Er legte dabei Wert darauf, dass er kein Mörder sei, weil er kein Motiv dafür habe:

„Ich bin ein reicher Mann, ein erfolgreicher Geschäftsmann, ich habe eine Familie. Ich muss so etwas nicht tun des Geldes wegen oder aus Rache. Wie man es auch dreht, ich habe kein Motiv“, sagte Lugowoi.

(ld/rufo/St.Petersburg)


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