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| Auch 50 Tage nach ihrer "Befreiung" kann die Rest-Crew die Arcic Sea nicht verlassen (Foto: sowfracht) | |
Donnerstag, 08.10.2009
Die “Arctic Sea” dümpelt jetzt im Mittelmeer
Archangelsk. Odyssee ohne Ende: Die „Arctic Sea“ befindet sich jetzt im Mittelmeer auf Höhe der Grenze zwischen Marokko und Algerien. Der weitere Fahrtverlauf ist ungewiss. Zuhause sorgt man sich sehr um die Crew.
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Den ungefähren Standort hat die Seemanns-Gewerkschaft in Archangelsk, dem Heimatort der vier an Bord zurückgebliebenen Seeleute, von Verwandten der Crew erfahren. Gelegentlich könnte die seit nun mehr 50 Tagen auf dem Schiff festsitzende Rest-Mannschaft zuhause anrufen. Man sei aber an Bord nicht in der Lage, die Position genau zu bestimmen.
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„Der Schlepper, der die Arctic Sea zog, ist abgefahren und der Frachter wird jetzt nur durch das Kriegsschiff Ladny versorgt“, so ein Sprecher der Gewerkschaft.
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SOS-Ruf an Putin persönlich Die Frauen der vier Seeleute haben dieser Tage einen Brief an Premierminister Putin veröffentlicht, in dem sie darum baten, ihre Männer schnell nach Hause zu lassen. „Unsere Männer brauchen dringend medizinische und psychologische Betreuung. Sie sind seit 74 Tagen von Informationen abgeschnitten“, heißt es in dem Appell.
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Putin solle ihnen helfen nach Hause zu kommen, „solange sie noch am Leben sind“. Bei der Seemannsgewerkschaft geht man davon aus, dass die vier Seeleute, darunter der Kapitän, wider Willen an Bord des Schiffes festgehalten werden.
Russische "Begleitung" schon zweimal länger als die Entführung Nach Darstellung der russischen Behörden wurde das Schiff im Juli in der Ostsee von einer achtköpfigen Piratengruppe gekapert und entführt. Mitte August brachte ein russisches Kriegsschiff die "Arctic Sea" nahe der Kapverdischen Inseln auf. Die Verdächtigen und der Großteil der Mannschaft wurden nach Moskau gebracht.
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In der Tat ist schwer nachvollziehbar, warum das russische Militär bisher keine Übergabe des Schiffes an die Reederei vorgenommen hat. Seit dem 16. September sind die Arbeiten einer Ermittlergruppe der russischen Staatsanwaltschaft an Bord abgeschlossen.
Verdächtige oder illegale Güter an Bord seien dabei nicht gefunden worden, hieß es. Die russischen Behörden traten damit Gerüchten entgegen, an Bord des Schiffes hätte sich eine geheime Waffenladung befunden und der Überfall durch die "Ostsee-Piraten" sei eine Geheimdienstaktion - von wem auch immer inszeniert.
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Eine danach geplante Übergabe an die Behörden Maltas bzw. die finnische Reederei Solchart auf den Kanarischen Inseln scheiterte jedoch – angeblich weil Spanien dem Frachter und dem begleitenden russischen Kriegsschiff keine Anlege-Erlaubnis in Las Palmas gab.
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Zuletzt schien es so, dass die „Arctic Sea“ ihren ursprünglichen algerischen Zielhafen Bejaia anlaufen wird, um die in Finnland an Bord genommene Holzladung zu löschen.
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