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| Abstieg vom Miliz-Oberst zum Sträfling - wegen mangelnder Selbstkontrolle (Foto: Vesti) | |
Donnerstag, 19.08.2010
Lange Haft für Verkehrsrowdys in Miliz-Diensten
Moskau. Für sechs Jahre muss ein Miliz-Oberst in Haft, der wegen eines lädierten Außenspiegels den Fahrer eines Schneeräum-Geräts erschoss. 5,5 Jahre erhielt ein Polizist, der eine Oma und ihr Enkelkind tot fuhr.
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Der Todesschuss auf den 60 Jahre alten Fahrer eines Schneeladers erregte im letzten Winter in Moskau gehöriges Aufsehen. Bürgermeister Juri Luschkow persönlich vergatterte die Polizeiführung, den flüchtigen Schützen unbedingt zu finden.
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Den Spuren am Tatort nach musste ein nächtlicher Streit um eine Bagatellunfall fatal eskaliert sein. Der Fahrer des Schneeräum-Gerätes wurde in seiner Kabine durch einen Schuss mit einer Gaspistole ins Becken tödlich verletzt. Er verblutete, weil eine Arterie getroffen war. Der Schütze hatte ihm keine Hilfe geleistet und war geflohen.
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Fahndung führte ins eigene Haus Anhand der Splitter einer Stoßstange und eines Außenspiegels konnten die Fahnder den Typ des Täter-Autos identifizieren – ein Nissan-Geländewagen. Über Zeugenaussagen und Befragungen von Werkstätten fanden sie schließlich den Verdächtigen: Der entpuppte sich als Kollege – ein 39 Jahre alter Miliz-Oberst aus einer Beschaffungsabteilung, der gerade aus den Flitterwochen zurückkam.
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„Er handelte zynisch und glaubte an seine eigenen Straffreiheit“, so der Staatsanwalt in dem Prozess. Er forderte zehn Jahr Haft. In dem Prozess musste mangels Beweisen der Vorwurf fallen gelassen werden, dass der Oberst zum Tatzeitpunkt betrunken war.
Das Gericht entschied letztlich auf sechs Jahre Haft unter strengem Regime. Außerdem sprach sie den Angehörigen des Opfers 175.000 Rubel (ca. 4.500 Euro) Schadenersatz und Schmerzensgeld zu. Die Verteidigung kündigte an, Berufung gegen das Urteil einzulegen. Sie hatte auf Freispruch plädiert.
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Betrunken auf den Gehweg gerast: Zwei Tote Ebenfalls gestern erging ein ähnliches Urteil in einem vergleichbaren Prozess: Zu 5,5 Jahren Haft in einer Strafkolonie wurde ein Ex-Streifenbeamter verurteilt, der zwei Menschen überfahren hatte.
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Der Beamte war in Domodedowo mit seinem Geländewagen mit hoher Geschwindigkeit auf den Gehweg geraten, wo er eine Großmutter und ihr neun Jahre altes Enkelkind erfasste. Das Kind starb noch an der Unfallstelle, seine Oma bald darauf im Krankenhaus. Der Unfallverursacher beging Fahrerflucht, wurde jedoch kurz darauf festgenommen.
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Todesfahrer angeblich vier Tage vorher entlassen Bei der Polizeibehörde legte man Wert darauf, dass der Todesfahrer nicht mehr im Dienst stand, als der Unfall geschah. Angeblich hatte er vier Tage zuvor auf eigenen Wunsch gekündigt. Russische Medien mutmaßen allerdings, dass die Entlassung nach der Festnahme des Beamten in beidseitigem Einvernehmen rückdatiert wurde, um die ohnehin wegen häufigen groben Fehlverhaltens ihrer Beamten im Kreuzfeuer stehende Innenbehörde zu entlasten.
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Zeugen hatten ausgesagt, dass der Fahrer zum Zeitpunkt des tödlichen Unfalls Uniform trug.
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