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| Die Moskauer Marsflieger bleiben vorerst auf dem Boden (Foto: Ballin/.rufo) | |
Montag, 28.08.2006
Russen fliegen zum Mars – vorerst zur Probe
Moskau. Im kommenden Jahr wollen russische Wissenschaftler einen bemannten Raumflug zum Mars „starten“ lassen. Bereits jetzt gibt es schon 90 Bewerber aus 19 Ländern für den 520-tägigen Aufenthalt in einer Raumsonde.
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Bis zu einer echten Reise zum Mars werden wohl noch viele Jahre vergehen. Mit dem Experiment im Moskauer Institut für Biologisch-Medizinische Probleme soll vor allem getestet werden, wie Menschen es darauf reagieren, extrem lange Zeit in äußerst begrenzten Räumlichkeiten zu überstehen.
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Insgesamt sechs Männer und Frauen sollen auf die Reise gehen. Die Wunschkandidaten der russischen Wissenschaftler sollten 25 bis 50 Jahre alt sein und vorzugsweise Arzt, IT-Spezialist, Ingenieur oder Biologe von Beruf sein. Russisch- und Englisch-Kenntnisse sind ebenfalls Voraussetzung.
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Kosmonauten-Nahrung aus der Tube
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Für die Marsflug-Simulation „Mars-500“ stehen den Probanden 5 miteinander verbundene Module einer Raumfährenattrappe zur Verfügung. Während des gesamten Experiments werden die Versuchskosmonauten sich mit Weltraumnahrung ernähren, die auch auf der Internationalen Raumstation ISS verwendet wird. Kontakte zur Außenwelt gibt es lediglich per Email.
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Allen Teilnehmern an der Simulation winkt ein „wettbewerbsfähiges Gehalt“. An Bord des Marsfliegers soll eine normale Arbeitswoche mit zwei freien Tagen gelten. Die Besatzung soll während dieser Zeit alle Arbeiten ausführen, die auch ein echtes Raumfahrer-Team leisten müssten.
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Ein echter Raumflug zum Roten Planeten würde etwa 250 Tage dauern. Sowohl die NASA als auch die europäische Raumfahrtagentur ESA haben Pläne für eine Marsmission entwickelt, die in einigen Jahzehnten stattfinden könnten. Die russische Raumfahrtagentur arbeitete noch vor einigen Jahren an einem Projekt für eine Station in der Marsumlaufbahn. Ob es wirklich soweit kommt, hängt jedoch nicht nur von den Ergebnissen der Moskauer „Mars-500“-Expedition ab, sondern auch davon , ob die immensen Kosten aufgebracht werden können.
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Im Jahr 1999 hatte das Institut für Biologisch-Medizinische Probleme bereits einmal einen Langzeit-Raumflug simuliert. Acht Monate mussten die Freiwilligen damals in ihrem Raumflieger aushalten, der die Lebens- und Arbeitsbedingungen auf der geplanten ISS nachahmte. Damals ging es in der Moskauer Raumschiffattrappe nicht ohne handfeste Konflikte ab. Ein Japaner verließ das Experiment vor Ablauf der Frist. Eine Kanadierin wurde bei einer Neujahrsfeier sexuell belästigt, später kam es gar zu einer Prügelei unter einigen Raumfahrern.
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(kp/.rufo)
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