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| Dünen wie in der Sahara - aber dies ist das Land hinterm Kaspischen Meer (Foto: ASO) | |
Dienstag, 15.09.2009
Silk Way Rallye: VW-Triumph in unbekanntem Terrain
Aschchabad. Das Leben der Kamele und Kühe in Tatarstan, Kasachstan und Turkmenistan ist wieder sicherer und ruhiger. Die Silk Way Rallye ist vorbei, die Fahrer bereits zu Hause und die Fahrzeuge auf dem Heimweg.
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In Zentralasien gibt es erstmal keine Rennwagen mehr, die in einem wahnsinnigen Tempo durch die Landschaft donnern und riesige Staubwolken hinterlassen. Von Anfang an hatte die Silk Way Rallye eine große Faszination und Spannung bei Teams und Fahrern ausgelöst.
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„Wir wissen nichts über die drei Länder″, erzählte VW-Motorsportchef Kris Nissen zu Beginn der Rallye in Kasan, der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Tatarstan. „Zwar haben wir im Vorfeld Kartenmaterial studiert, aber trotzdem hatten wir keine Vorstellungen darüber, was uns hier erwartet.“ Viele fühlten sich an Afrika und die großen Abenteuer bei der Rallye Dakar erinnert.
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Die Spannung und auch Vorfreude auf die kommenden Etappen stiegen am Startpunkt Kasan immer weiter an. Am 6. September begann endlich die Fahrt ins Unbekannte. Eins fiel den Fahrern sofort auf: die unendliche Weite! Während sie in Tatarstan an Feldern und Wiesen vorbeifuhren, die weiter reichten, als das Auge schauen konnte, erwartete die Teilnehmer in Kasachstan die Endlosigkeit der Steppe.
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Mit Vollgas durch die Steppe Dieses Gelände lud die Piloten förmlich ein Vollgas zu geben. Ganz zur Freude von den beiden VW-Motorsport-Piloten Nasser Al Attiyah und Carlos Sainz, die sich gegenseitig keinen Meter Vorsprung gönnten. Die Männer aus Katar und Spanien konnten hier ihr Temperament und den Topspeed ihrer Race Touaregs so richtig ausleben. Sie machten gegenüber ihrer Konkurrenz Minuten um Minute gut und galten schnell als Favoriten um den Gesamtsieg.
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Allerdings hielt sich die Freude bei den Teamkollegen Giniel de Villiers und Mark Miller über das hohe Tempo in Grenzen. ″Mir ist die Rallye bisher zu schnell″, gab De Villiers nach den ersten Tagen zu. ″Wir mögen eher schwierigere und gerne auch härtere Strecken″, fügte sein deutscher Beifahrer Dirk von Zitzewitz hinzu.
Noch weniger Land sahen die Piloten, die nicht Teil des beherrschenden VW-Teams waren. ″Uns geht es um den fünften Platz , der ist wie ein Sieg″, stellt Buggy-Pilot Matthias Kahle fest. ″Gegen die VWs haben wir keine Chance. Die fahren in einer eigenen Liga.″
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Kasachische Dünen trennten die Spreu vom Weizen Doch das flache Land nahm ein Ende und ein hohes Hindernis folgte: ein 20 Kilometer langes Dünenfeld in Kasachstan. Bereits zwei Kilometer nach dem Start türmte sich die erste steile Düne auf. Für die erfahrenen Piloten an der Spitze des Feldes kein Problem - für die Amateure eine scheinbar unlösbare Aufgabe. Entweder rutschten sie die Düne einfach wieder herunter oder gaben im falschen Moment Gas und gruben sich bis zum Bodenblech ein. Zeitweise hingen bis zu zehn Fahrzeuge im Sand fest.
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Doch Aufgeben kam für keinen in Frage. Immer wieder setzten die Piloten neu an und versuchten das Hindernis zu überwinden. Tatsächlich wurde ihr Ehrgeiz belohnt und alle schafften es den Dünenkamm zu erklimmen und das folgende Dünenfeld zu bezwingen. Müde und kaputt kamen sie teilweise Stunden nach den VW-Rennern im Biwak an – aber sie hatten das Ziel erreicht. Vielleicht die größere Belohnung, als unbedingt ganz vorne zu sein.
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VW-interner Kampf um die Spitze Doch auch die Fahrzeuge und Piloten von VW waren nicht unfehlbar. Gerade die hohe Geschwindigkeit sollte Al Attiyah im Kampf um den Sieg die alles entscheidende Niederlage beibringen. Der Katarer fuhr auf der letzten Etappe zu schnell in eine Senke, sein Fahrzeug wurde ausgehebelt und überschlug sich.
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Sein plötzliches Aus machte den Weg frei für Sainz, der sich damit über den Gesamtsieg freuen durfte. Das Mitleid für seinen Konkurrenten hielt sich in Grenzen: „So ist Racing nun mal und es kann immer etwas passieren.″
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Die nächste "Dakar" lässt grüßen Im Januar steht bereits die Rallye Dakar in Südamerika an und VW-Motorsportchef Nissen ist überzeugt: „Wer hier nicht an den Start gegangen ist, dem fehlt eine wichtige Vorbereitung. Die Rallye war nicht nur hart für die Fahrer, sondern auch für das gesamte Team.″
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Auch der Service brachte pro Tag um die 500 Kilometer hinter sich. Oft machten sich die Trucks mit dem Werkzeug und den Ersatzteilen schon vor Sonnenaufgang auf den Weg ins nächste Biwak. Kein Wunder, dass ab zehn Uhr abends in dem meisten Zelten das Licht ausging.
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Den Vergleich mit der Dakar muss die Silk Way Ralley nicht scheuen. „Klar ist die Dakar härter. Muss sie aber auch sein″, so der Deutsche Kahle. „Aber auch die Strecken hier sind eine sehr gute Vorbereitung.″
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Auch im kommenden Jahr würden die Piloten gerne wieder nach Zentralasien zurückkehren. Eine Entscheidung soll in den nächsten Wochen fallen. Dann müssen auch die Kamele wieder nach rechts und links schauen, wenn sie durch die Steppe wandern.
(Stefanie Szlapka/.rufo)
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