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Die 30.000-Einwohner-Stadt Chorugh im Pamirgebirge ist Schauplatz von Kämpfern zwischen Armee und einer lokalen Kampfgruppe (Bild: Google Earth)
Die 30.000-Einwohner-Stadt Chorugh im Pamirgebirge ist Schauplatz von Kämpfern zwischen Armee und einer lokalen Kampfgruppe (Bild: Google Earth)
Dienstag, 24.07.2012
Aktualisiert 24.07.2012 19:11

Tadschikistan: Kämpfe an der Grenze zu Afghanistan

Duschanbe. Im Osten Tadschikistans geht die Armee gegen eine mafiöse Gruppe von Schmugglern vor. Faktisch handelt es sich aber um eine Operation gegen Separatisten. Die Rede ist von 200 Toten.

Geheimdienst und Innenministerium erklärten gemeinsam, dass die Operation gegen die Mörder eines Generals gerichtet ist. Der Chef der regionalen Abteilung des Nationalen Sichehreitsdienstes war drei Tage zuvor von Unbekannten in Chorugh aus seinem Auto gezogen und mit Messern getötet worden.

Ein Grenzbeamter als Schmuggler-Chef


Die Täter gehörten einer illegalen Gruppe von Bewaffneten an, die ein gewisser Tolib Ajembekow aus Chorugh aufgebaut habe und die seit Jahren im Grenzgebiet zu Afghanistan „Drogen-, Tabak- und Edelsteinschmuggel" sowie Bandenkriminalität betreibe, so die Behörden.

Ajembekow war während des tadschikischen Bürgerkrieges in den 1990er Jahren ein Feldkommandeur der Opposition und hatte zuletzt ganz offiziell den Posten des Kommandeurs eines Kontrollpunktes an der Grenze zu Afghanistan inne – zweifellos ein guter Posten für den Chef einer Schmuggler-Organisation.

Schon etwa 200 Tote


Armee und Polizei sind laut Central Asian News“ mit 3.000 Mann und Hubschraubern in der autonomen Provinz Berg-Badachschan im Einsatz. Bei den Kämpfen in und um die Stadt Chorugh sind auf Seiten der Armee mindestens 100 Mann getötet worden. Ähnlich viele Opfer gebe es unter der Zivilbevölkerung, berichtete eine Korrespondentin des russischen Dienstes der BBC.

In Chorugh herrsche Panik, die Straße in Richtung Duschanbe sei blockiert, auch die Telefonleitungen seien tot, hieß es. In Duschanbe werden etwa 60 verletzte Soldaten zur Behandlung erwartet. Offiziell bestätigten die Behörden zunächst nur den Tod von neun Soldaten.

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• Russland soll Militärbasis in Tadschikistan schliessen (12.07.2012)
• Moskau: Tadschikischer Oppositioneller niedergestochen (13.01.2012)
• Pilot: Tadschikistan ging es um die beiden Flugzeuge (25.11.2011)
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• Tadschikistan: 34 Soldaten sterben bei Militäreinsatz (07.10.2010)
Aus offiziellen Kreisen verlautete, dass die Gegner noch bedeutend höhere Verluste als die staatlichen Truppen zu verzeichnen hätten. Unter den festgenommenen Kämpfern seien auch fünf Afghanen.

Aufstand im Armenhaus der GUS-Staaten


Das im Hochgebirge des Pamirs liegende Berg-Badachschan ist die ärmste Provinz des ohnehin bettelarmen Staates Tadschikistan. Auf einem Territorium von der Größe Bayerns leben nur rund 220.000 Menschen, zum Großteil Angehörige des Pamiri-Volkes, das sich ethnisch, sprachlich und religiös von den Tadschiken unterscheidet.

Berg-Badachschan hatte sich während des Bürgerkrieges von 1992 bis 1997 für unabhängig erklärt. Auch in den vergangenen Jahren kam es dort immer wieder zu heftigen Kämpfen zwischen der tadschikischen Armee und einheimischen Kampfgruppen, zuletzt 2010.

Präsident Emomali Rachmon versucht zudem mit zum Teil drakonischen Maßnahmen wie dem Verbot von Moschee-Besuchen für Minderjährige ein Erstarken des radikalen Islams in seiner Republik zu verhindern.

Mord und Strafaktion sind politisch bedingt


Der Mord an dem General wie auch die jetzt angelaufene Militäraktion haben „hundertprozentig politischen Hintergrund“, so Alexander Knjasew, ein Wissenschaftler des Moskauer Orient-Institutes der Akademie der Wissenschaften. Berg-Badachschan werde von der Zentralregierung vernachlässigt, die separatistische Stimmung dort sei groß und käme auch durch den Widerstand der dortigen Feldkommandeure zum Ausdruck.

Erst gestern habe es in Chorugh eine Kundgebung zur Unterstützung jener Kreise gegeben, gegen die nun das Militär vorgehe.



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