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Tatort von Gewalt und Gegengewalt: Das ausgebrannte Restaurant Tschaika in Kondopoga (Foto: NTW/newsru)
Tatort von Gewalt und Gegengewalt: Das ausgebrannte Restaurant Tschaika in Kondopoga (Foto: NTW/newsru)
Dienstag, 05.09.2006

Umfrage: „Kaukasier raus“ wie in Kondopoga?

Moskau. Im karelischen Kondopoga hat ein randalierender Mob faktisch alle Kaukasier aus der Stadt getrieben. Wir fragten Moskauer, was sie vom dortigen Pogrom und der Wut auf Tschetschenen und andere Fremde halten.

Elena

Es ist schwierig, da etwas Eindeutiges zu sagen. Wahrscheinlich stören sie, wenn so was passiert ist. Ich bin gegen Pogrome. Aber den konkreten Fall kenne ich nicht.



Alexander

Ich bin nicht dagegen, dass Leute mit verschiedenen Nationalitäten zusammen wohnen. Aber wenn sie in eine andere Stadt kommen, müssen sie die Gesetze dieser Stadt akzeptieren. Und wenn sie die Gesetze nicht einhalten wollen, dann müssen sie bestraft werden. In Moskau wohnen viele Kaukasier. Ich habe viele Freunde unter ihnen, Ärzte, Juristen, gute Leute. Aber viele, 90 Prozent, verhalten sich negativ. Sie bringen andere Regeln mit, eine andere Kultur etc. Gesetze müssen eingehalten werden und wer in Russland wohnt, muss die russischen Gesetze einhalten. In Deutschland gab es bis vor zehn Jahren wenig Türken, heute sind sie überall. Doch viele halten die deutschen Gesetze nicht ein, sie leben nach ihren eigenen Gesetzen. Das ist nicht richtig.

Ilja, Student

Ich finde das Verhalten der Russen nicht richtig. Zuerst muss klar sein, ob diese Morde wirklich einen nationalistischen Hintergrund hatten. Aber wenn so etwas von Seiten der Kaukasier nicht zum ersten Mal passiert, ist es im Prinzip richtig.



Alexander

Ich habe von diesen Vorfällen nichts gehört. Deshalb kann ich nichts darüber sagen. Doch ich bin dafür, dass es bei uns weniger Kaukasier geben soll. Die sind in einem anderen Land zu Hause.



Bei Russland-Aktuell
• Tschetschenen: Konflikte um die Diaspora eines Volkes (04.09.2006)
• Karelien: Rassen-Krawalle im sonst stillen Norden (04.09.2006)
• Markt-Bombe: Nicht Bandenkrieg, sondern Rassismus (22.08.2006)

Natalja

Das ist nicht richtig. Erstens, weil das russische Bürger sind, und zweitens sollte man nur die Schuldigen dafür verantwortlich machen und nicht andere für die Taten ihrer Mitbürger leiden lassen.



Irina

Das ist keine Lösung für das Problem. Der Fehler ist vor 15 Jahren passiert. Jetzt, wo man in Russland nur in den Großstädten Arbeit finden kann, ist es selbstverständlich, dass viele Leute in den Städten ein besseres Leben suchen. Deshalb kann eine Aussiedlung nicht helfen. Ich bin keine Politikerin, keine Spezialistin, doch diese Probleme werden nie gelöst werden.



Dmitri

Persönlich würde ich nicht so handeln wie die Karelier. Wir dürfen nicht einer ganzen Nation die Schuld am Verbrechen zuschreiben. Es wäre interessant zu wissen, warum eigentlich der Mord passiert ist. Das Verhalten in solchen Situationen ist immer eine Frage der Ethik. Doch die Mehrheit der Leute richten sich eben nach dem Prinzip "Ihr seid gut, ihr seid schlecht.", verlangen Aussiedlungen und ähnliches. Das ist nicht richtig, meiner Meinung nach.



(Interviews: Corinna Hauri, Anna Kurizina/rufo; Fotos: Hauri/rufo)


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