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| In Russland gibt es allerlei Erzkommunisten und Sowjetnostalgiker, denen die heutige KPRF zu lasch und zu angepasst ist (Foto: ld/.rufo) | |
Dienstag, 23.02.2010
„Rot Front“ lebt in Russland als Partei wieder auf
Moskau. Kann man eine linksradikale Partei wie eine bekannte Bonbon-Fabrik benennen? Kann man, wenn der Süßwarenhersteller „Rotfront“ heißt – wie einst die Kampftruppe der KPD in der Weimarer Republik.
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Zahlreiche kleine linke Gruppierungen und Organisationen haben in Moskau die Gründung einer neuen Partei namens „Russische Vereinte Arbeits-Front“ (Rossijskoje objedinnjonny trudowoi front) gegründet. Als Abkürzung dafür wählte man „ROT front“ bzw. „Trudowoi front“.
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230 Delegierte aus 70 Regionen hätten für die Gründung der Partei votiert, so Koordinator Sergej Udalzow. Mit der Zeit hoffen die Ultralinken, in ihren Reihen bis zu 65.000 Mitglieder vereinigen zu können.
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Ein Jahr für den Aufbau der Partei Innerhalb eines Jahres sollen regionale Parteigliederungen aufgebaut und dann in Moskau die Registrierung als Partei beantragt werden. Gelingt dies, könnte die Rotfront schon 2011 bei Wahlen antreten. Sie wolle sich auf soziale Basisorganisationen stützen und soll zumindest zu Beginn eine kollektive Führung aufweisen, so Udalzow: „Wir sind keine Nomenklatura-Partei“.
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Da in Russland das Parteiengesetz mehrfach verschärft worden ist, gibt es gegenwärtig nur sieben voll zugelassene politische Parteien. Vier von ihnen sind in der Duma vertreten.
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„Rotfront!“ war die Grußformel im Roten Frontkämpferbund (RFB), dem paramilitärischen Kampfverband der KPD in der Weimarer Republik.
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Solidaritäts-Waffeln für die KPD In Russland dürfte man damit aber eher allerlei Leckereien – und nicht die Saal- und Straßenschlachten mit der SA – assoziieren: 1931 wurde eine der ältesten russischen Konditoreifabriken in Moskau zu Ehren der deutschen Kommunisten in „Rotfront“ umgetauft.
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Das Unternehmen blieb traditionsbewusst: Als „OAO Rot Front“ umgarnt es bis heute Schleckermäuler mit Schokolade, Waffeln, Bonbons und Pralinen – völlig unabhängig von deren politischer Einstellung.
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Kein Wunder also, dass sich die neuen Ultralinken als zweite Kurzbezeichnung „Arbeitsfront“ vorbehalten haben – das klingt doch deutlich proletarischer und weniger verweichlicht.
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